Wohl dem, der ein dickes Fell hat

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Belämmerte Kälte: Die Schafe im Zimmerner Wald, die alljährlich um diese Zeit zu sehen sind, haben aktuell ein schweres Leben - besonders die Jungtiere, die noch kein so dickes Fell haben. Das meint LA-Leser Dieter Geuppert, der diese Aufnahme schickte.

Groß-Zimmern - Draußen regiert der Schnee, drinnen der Frust? Minustemperaturen im zweistelligen Bereich und Eisglätte können nerven, sollten aber nicht für tagelange schlechte Laune sorgen. Von Gudrun Fritsch

Auch im größten Winterchaos lässt sich die Zeit sinnvoll nutzen - von Vogelhäuschen bauen bis zum Kuscheln unter der Bettdecke.

„Unser Streusalz ist so gut wie alle“, berichtet Bauhofleiter Peter Jonas auf Anfrage des LA. Nachschub sei zwar längst bestellt, aber mit rascher Lieferung rechnet Jonas nicht. „Das ist doch jeden Winter dasselbe“, meint er. „Als erstes kommen die großen Städte dran, der Flughafen beispielsweise hat Vorrang.“ Verständnis hat er dafür, dass sich kleinere Gemeinden wie Groß-Zimmern, die wegen geringer Lagerkapazität nicht so große Mengen bestellen, etwas gedulden müssen. „Wir tun immer, was wir können“, betont Jonas. Mit Unimog, Traktor und als Fußtrupp sind seine Leute ständig unterwegs. Vorrang habe bei den Räumarbeiten natürlich der Fußgänger. Um alle Straße von Eis und Schnee zu befreien, reiche es sowieso nicht. „Nächste Woche soll es ja wieder wärmer werden“, sagt Jonas und hofft darauf, dass die Wetterfrösche auch tatsächlich Recht behalten.

Keine größeren Unfälle

Bisher hat es in Zimmern zum Glück keine größeren Unfälle gegeben. ein Wasserrohrbruch in der Waldstraße wurde zügig repariert und ansonsten appelliert der Bauhofleiter an die Bewohner, sie mögen ihrer Streu- und Reinigungspflicht so gut wie möglich nachkommen. In wie weit neue Frostschäden auf den Straßen hinzugekommen sind, das zeigt sich erst, wenn Schnee und Eis geschmolzen sind.

An der winterlichen Pracht freuen sich derzeit vor allem diejenigen, die nicht auf Auto oder Bahn angewiesen sind. Die Folgen des Eisregens und des Schneefalls der vergangenen Tage bekamen beispielsweise die Pendler zwischen Dieburg und Darmstadtheftig zu spüren.

Winterbilder

Winteridylle in Dieburg

Auf der Strecke zwischen Darmstadt-Hauptbahnhof und Dieburg war auf Höhe Messel in der Nacht zu Mittwoch ein Baum unter der Last des Schnees auf die Schienen gestürzt. Dabei hatte er die Oberleitung beschädigt. Das war erst einmal das Aus für den Schienenverkehr.

Während der Aufräumarbeiten und der Reparatur der Oberleitung war die Strecke in beide Richtungen gesperrt, wie Ralf Stroeher von der Bundespolizei auf Anfrage mitteilte. Es wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Darmstadt und Babenhausen eingerichtet.

Zu Fuß lässt sich die weiße Landschaft hingegen problemlos genießen – auch im Wald. Insgesamt haben sich die Zimmerner ganz gut an die teils verschneiten und sehr rutschigen Straßen gewöhnt. „Wir haben nur unwesentlich mehr Verletzte als sonst“, sagt Stiftungsvorstand Armin Probst vom St. Rochus Krankenhaus. Darunter waren vor allem Patienten mit Prellungen.

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