„Wollen wir das eigentlich so?“

Groß-Zimmern (guf) - Manchmal ist es nicht leicht zu verstehen, worum es in den parlamentarischen Ausschüssen eigentlich geht. So hatte es der frisch gewählte Vorsitzende des Planungs- und Umweltausschusses (PU), Jost Scharna (CDU), in der vergangenen Woche mit der Änderung des Bebauungsplanes „Zwischen Reinheimer Straße und Altem Friedhof“ zu tun.

 Hierzu lagen zahlreiche Stellungnahmen und Anregungen vor, aber: „Worum geht es eigentlich?“, fragten sich einige der neu gewählten Ausschussmitglieder.

Die eigens eingeladene Diplom-Ingenieurin Adrienne Balmes vom Planungsbüro für Städtebau beschrieb den Zweck: Durch die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes sollten rechtliche Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass bei Grundstücken zwischen Beine- und Friedhofstraße, die unmittelbar an die Reinheimer Straße grenzen, auch jene bebaubaren Grundstücksteilflächen für eine Wohnnutzung herangezogen werden können, die gemäß der bisherigen Festsetzungen ausdrücklich nur für die Errichtung von Nebengebäuden ausgewiesen waren.

Die Gemeindevertretung tagt am morgigen Dienstag ab 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

„Dieser B-Plan ist mindestens 30 Jahre alt. Wenn man da etwas ändert, ist Vorsicht geraten, da er einfach veraltet ist“, erklärte Peter Eickhoff (Grüne). Auch Bürgermeister Achim Grimm (CDU) meinte angesichts der eventuell zu planenden zwei Geschosse im rückwärtigen Bereich und einer möglichen Traufhöhe von sieben Metern: „So umfangreich waren die Änderungen bisher nicht angedacht.“ Chris Kowal (SPD) ergänzte: „Es gab wohl genehmigte Ausnahmen, die dürften auch Bestandsschutz haben. Aber wir müssten uns jetzt zunächst über das Verfahren unterhalten.“ FFA-Fraktionsmitglied Kurt Werdecker (FDP) ergänzte, dass durch die Planänderung für die sieben bis acht betroffenen Grundstücke eventuell etwas legalisiert werde, was so eigentlich nicht geplant war. „Welcher Bedarf besteht denn überhaupt, dass jetzt etwas geregelt werden muss und wollen wir das so?“, fragte Scharna. Da es noch zu viele Unklarheiten gibt, war man sich einig, die vorgeschlagenen Bebauungsplanänderungen zur weiteren Beratung zurück zu stellen.

Diesem Vorschlag des PU-Ausschusses, in dem die fachlich kompetenten Politiker der Fraktionen sitzen, dürften die Kommunalpolitiker wahrscheinlich folgen.

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