Sinfonhier-Musiker sorgen für Stimmung

Wo das „Wáu“ ein „Wóu“ ist

Ein weihnachtliches Konzert der besonderen Art gaben die „Sinfonhier“-Musiker im Glöckelchen.

Groß-Zimmern - Als einen Abend mit beschaulicher Weihnachtsstimmung kann man den vergangenen Sonntag im Glöckelchen nicht unbedingt bezeichnen. Von Ulrike Bernauer

Auch wenn „Sinfonhier“ mit den Musikern Paul Wucherpfennig (Gesang, Gitarre und Mundharmonika), Gerhard Schlepper (vieles, was man an Instrumenten blasen kann), Andreas Schiener (Geige) und Renate Filip (Akkordeon) viele „Woihnoachts“-Lieder gespielt haben. Dabei ging es allerdings selten besinnlich, sondern eher fetzig und rockig zu.

Für die zahlreichen Zuhörer, der Abend war sehr gut besucht, gab es auch viel zu lachen. Nicht nur die Lieder selbst animierten die dafür zuständigen Muskeln, viele Lacher erhielt auch Wucherpfennig, wenn er seine Stücke ankündigte und mitunter auch beschrieb, wie er zum Liedtext gekommen war. So nahm er die Anwesenheit des Ersten Beigeordneten Hans Wichmann, in Wucherpfennigs Jugend Leiter der Albert-Schweitzer-Schule, zum Anlass für die Erklärung, warum er heute auf der Bühne steht. „Ich war immer sehr schlecht in Physik und Chemie. Hätte ich bessere Noten gehabt, würde ich heute nicht hier oben für sie spielen.“ Wobei er offen ließ, ob dies für das Publikum und ihn selbst eher ein Verlust oder ein großer Gewinn wäre.

Persönlich wurde es immer wieder, so schilderte Wucherpfennig, in Groß-Zimmern aufgewachsen und inzwischen in Groß-Umstadt beheimatet, wie ihn Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert zum „Weihnachtspaul“ ernannt habe. Natürlich hat der Barde die Bezeichnung als Ehrentitel begriffen und flugs ein Lied daraus gemacht, das das Publikum zu seiner Freude hören konnte. Mundsprachenunterricht erhielten die Besucher gratis dazu. Beim Titel „Wou“, bei dem die Gäste den Refrain mitsingen konnten, wurde genau erklärt, wie das „Wóu“ auszusprechen ist, eher nicht Zimm’nerisch.

Mitunter brachte Wucherpfennig seine Mitspieler in Verlegenheit, aber nur kurz. „Ich spiel’ jetzt etwas, was ihr nicht kennt“, kündigte er an und legte los. Es dauerte aber nur ein paar Takte, bis Schiener zur Geige greift und erst zaghaft, dann immer sicherer mit fiedelte. Schlepper und Filip waren ebenfalls eingefallen und „de Paul“ wunderte sich, „ihr kennt es ja doch?“ Aber auf der Bühne standen eben vier Vollblutmusiker und die zwei Herren und die Dame machten bei den Späßen gerne mit. Auch wenn sich so mancher im Publikum wunderte, als Schlepper als „unser Rentier Gerhard“ bezeichnet wurde.

Die Stimmung im Saal war auf jeden Fall riesig und über jedes neue Stück freute sich das Publikum. Selten kam die Musik getragen weihnachtlich daher, Blues und Rock überwogen ganz deutlich.

Auch ein Hallelujah kann man bluesig aus der Kehle bringen. Da tat es auch keinen Abbruch, dass „de Paul“ am Schluss ein wenig heiser wurde und so mancher Ton nicht ganz astrein heraus kam. Eine Zugabe wollte zum Schluss der ganze Saal und die erhielten die begeisterten Zuhörer natürlich auch - und nicht nur eine.

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