Zauber mit Flöte

+
Bunte Kulissen, witzige Requisiten und kindgerechte Aufbereitung. So macht den Kindern der Friedensschule die Oper „Zauberflöte“ viel Spaß.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Herrschte am Dienstag früh in der einen Minute noch großer Lärm in der Turnhalle der Friedensschule, so war es gleich in der nächsten mucksmäuschen still. Die Schauspieler und Sänger hatten das junge Publikum sofort in ihren Bann gezogen. Weniger die Bemühungen der Lehrer hatten die Kinder beruhigt, als vielmehr die wundersamen Klänge, die hinter der Bühne ertönten.

Die Piccolino Kinderoper aus Wien gastierte mit „der kleinen Zauberflöte“ in der Friedensschule. Die drei Schauspieler hatten ihre Zuschauer während der ganzen Vorstellung voll im Griff.

Viele Gags hatten sie eingebaut, um die Kinder zu fesseln. Eine Riesenschlange kündigte Papageno ganz am Anfang an und forderte einen Riesenapplaus für das Untier. Riesiges Gelächter erntete er, als er mit einer winzigen Schlange ankam. Und einen riesigen Schreck bekamen die Kinder, als dann ganz plötzlich eine gigantische Schlange auftauchte, auch wenn das bunte Exemplar nur aus Stoff war.

Doch die Schauspieler machten nicht nur Späße, natürlich wurde auch viel gesungen. Gleich beim ersten Lied merkte man, dass sich die Schüler im Unterricht intensiv auf den Opernvormittag vorbereitet hatten. Das zweite Lied „Der Vogelsänger bin ich ja“ konnten fast alle mitsingen. Die Hauptstränge der Oper wurden von den Sängern vorgetragen und gespielt, allerdings kindgerecht aufbereitet und mit modernen Versatzstücken ergänzt. So sieht etwa Prinz Tamino seine Prinzessin im Bilderrahmen erst, nachdem er eine 3-D-Brille aufsetzt.

Kinderoper soll Zugang zu klassischer Musik öffnen

Klassische Musik, zu der heute viele Kinder überhaupt keinen Zugang mehr haben, will das Piccolino-Theater seinem Publikum nahe bringen.

Der Einstieg fällt kinderleicht – aus einer Oper für Kinder wird eine echte Kinderoper“, heißt es auf der Homepage des ganz speziellen Theaters. „Wenn die Kinder nicht in die Oper kommen, dann kommen wir zu ihnen“, ist das Motto der Akteure auf der Bühne. Mit wenigen Handgriffen gelang es den Schauspielern, die Turnhalle der Friedensschule in eine bunte Bühne zu verwandeln. Am üblichen Spielort, der Aula, konnten die Schauspieler nicht spielen, sie brauchen mehr Höhe. Ein wechselndes Bühnenbild war ganz schnell gezaubert. Eine neue Leinwand mit einem anderen Motiv wurde einfach über das vorherige Bühnenbild geworfen.

Kommentare aus den Zuschauerreihen blieben nicht aus

Die Kinder waren absolut versunken in das Spiel und machten begeistert mit. Wenn sich die Schauspieler suchend umschauten, blickten auch die Zuschauer um sich.

Feuer und Wasser wurden durch Handbewegungen dargestellt, die zuvor kurz eingeübt wurden. Und so manchen Kommentar bekamen die Akteure auf der Bühne aus dem Zuschauerraum.

Als Prinzessin Tamina, die sich in der Gefangenschaft des Zauberers Sarastro befindet, verzweifelt fragte: „Was soll ich nur tun?“, entgegnete eines der Kinder zuversichtlich: „Da kommt bestimmt bald jemand und rettet Dich“.

Kommentare