Zauberei mit Weidenstangen

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"Das ist eine schöne Aktion", schwärmt eine Mutter.

Groß-Zimmern -  „Wir werden erst im nächsten Jahr so richtig sehen können, was tatsächlich angewachsen ist“, sagt Claudia Wiedling, Mitglied des Vereins Waldschule, und betrachtet zufrieden das neueste Bauwerk auf dem Außengelände der Waldschule. Von Ulrike Bernauer

Noch ist sie nicht fertig die Weidenzauberei, ein etliche Meter langer Tunnel mit anschließendem Iglu. Imposant sieht das Werk aber jetzt schon aus und gleichzeitig wirkt es filigran.

Zunächst einmal ist Mittagspause und die vielen Helfer stürzen sich auf Suppe und Wurst, zum Nachtisch gibt’s Kuchen. Zeit zum Reden bleibt nun auch. Christina Hecht, Mutter von Robin, der den Waldkindergarten besucht, sagt, „das ist eine schöne Aktion, die wir als Familie, zu dreieinhalbt (sie schaut lachend auf ihren Bauch), gut mitmachen können“.Ihr Mann Elmar, der für zwei geschafft hat, fand sich schnell in die ungewohnte Arbeit. „Eine Geschicklichkeitsarbeit und sehr zeitintensiv ist das Verflechten der Weidenzweige“, sagt er, „aber wenn man das mal raus hat, dann geht das gut und außerdem haben wir eine gute Anleiterin“.

Die Anleiterin macht Claudia Wiedling, die selber schon mal einen Weidentunnel in einem Kindergarten gebaut hat. Sie hat auch das Konzept dieses Tunnels entworfen, und sich mit dem Weidenbauspezialisten Matthias Moos aus Wilhelmsthal beraten. Bei Moos hat sie auch die Weidenzweige bestellt, die bis zu vier Meter lang sind. Setzstangen gibt es, Diagonalstangen und Flechtstangen und alle sind sie aus kultivierten Korbweiden, einer Weidenart, die schon früher zum Körbeflechten benutzt wurde.

Rund 35 Helfer haben sich zur Weidenzauberei eingefunden und sind mit viel Spaß bei der Sache. Viele Eltern des Waldkindergartens helfen mit, aber auch Eltern des Kindergartens Nordring, Waldschulmitglieder oder Menschen, die einfach Lust haben, bei diesem traumhaften Frühlingswetter mit anderen gemeinsam draußen zu arbeiten.

Viele Kinder sind dabei, darunter auch Mina Schmidt (zehn Jahre) und Larissa Müller (neun Jahre). Die beiden Geißbergschülerinnen sind öfter an der Waldschule und heute helfen sie beim Graben für den Weidentunnel mit. 50 Zentimeter tief müssen die Setzstangen in den Boden, damit sie später auch sicher anwachsen.

„Man kann sich dann später gut in dem Tunnel verstecken“,sagt Mina und Larissa meint, „zum Vater-Mutter-Kind-Spielen ist der auch toll“. Später sind die beiden Mädchen mit Feuereifer dabei, Hackschnitzel auf dem Boden im Inneren des Iglus zu verteilen.„Schließlich soll der Boden im Tunnel nicht aufweichen“, sagt der Waldschulvorsitzende und Förster Martin Starke.

Nils, Lukas und Thomas sind in der Zwischenzeit damit beschäftigt, die Einrichtung des Iglus zu bauen. Aus runden Holzklötzen ragen Weidenstangen und die Jungen bringen ein Geflecht an. Das wird die Rückenlehne dieser komfortablen Natursessel.

Ein voller Erfolg ist dieser „Bautag“ auf dem Außengelände der Waldschule. „Das Naturerlebnisgelände soll noch weiter wachsen“, sagt Wiedling und kündigt weitere gemeinsame Bauaktionen an. Beim Bau eines Lehmofens, einer Kräuterspirale oder einem Hochbeet dürfen im nächsten Jahr wieder Interessierte mithelfen.

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