Übernachtung: 40 Kinder genossen Leben auf dem Bauernhof

Zeltlager im Stroh

Einfach zum Knuddeln: Tyshell, zu Gast bei Bauer Mann war ganz vernarrt in die jungen Kaninchen. Fotos (2): Friedrich

Groß-Zimmern (ula) - Wollschwein, Kaninchen, Pute, Pferd und Kuh. . . bei Landwirt Klaus Mann tummelt sich jenes Getier, das in der kindlichen Vorstellung zwingend auf einen Bauernhof gehört. Und die tierischen Bewohner bekamen am Samstag viel Besuch.

40 Gastkinder, zum Teil mit elterlichem Anhang, genossen einen Tag und eine Nacht lang das Bauernhofleben in vollen Zügen.

„Ich wohne im Westend, da gibt es nicht viele Tiere, aber viele Hochhäuser“, erzählte der neunjährige Victor, der mit seinem Freund Emil (8) und „zum Glück ohne Eltern“ bei der Familie Mann gastierte. „Ich bin auch ohne Eltern da“, grinste die vierjährige Marie, die abends mutig mit den anderen auf ihrem Heubett in den Schlafsack kroch.

Das Zeltlager wurde vor einigen Jahren eingeführt und war auch diesmal wieder die Vorstufe zum Hoffest am Sonntag. Das Besondere: ausschließlich Kinder und Jugendliche boten das Übernachtungsereignis an, um andere an ihrem Alltag mit Tieren und Landwirtschaft teil haben zu lassen. Lena Mann (18) sowie drei jüngere Geschwister stemmten mit beFreunden die Organisation und Ausrichtung. Um Putenaufzucht, Gänsewiese, Schafherde aber auch die Gehege der lustigen Wollschweinferkel kennen zu lernen, ging es zunächst via Rallye über den Hof. Gemeinsames Essen, Basteln, Herumtollen, Baden im Daunenbett, Lagerfeuer und Stockbrotgrillen standen ebenfalls auf dem Programm. Publikumslieblinge war der flauschige Nachwuchs im Kaninchenstall sowie die beiden Pferde Ronja und Sunny. „Die haben wir vor dem Schlachter gerettet“, erzählte Maike Mann, auf dem Hof zuständig für die Abteilung „Pferd“.

Der Traum vieler Mädchen, die nicht das „Glück“ einer Kindheit auf dem Bauernhof teilen. Dem verklärten Bild vom Bauernhof-Idyll setzt die junge Pferdenärrin Maike ernüchternd entgegen: „Ich muss jeden Tag die Ställe ausmisten.“

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