CDU dankt beim Empfang für „konstruktives Miteinander“

Zimmern von A bis Z

Liebesheirat oder Zweckehe: auf komunaler Ebene lernte Manfred Pentz bereits, was nun im Landtag gefragt ist. CDU und Grüne sind hier und da einander näher gekommen, wie die innige Umarmung mit Grünen-Fraktionschefin Marianna Streicher-Eickhoff zeigt.

Groß-Zimmern - Die Christdemokraten haben 2013 ihre Hausaufgaben gemacht. „Wir können ganz zufrieden sein“, zog Manfred Pentz, Landtagsabgeordneter und designierter CDU-Generalsekretär Hessens Bilanz. Von Ursula Friedrich

Beim Neujahrsempfang der Union drängten sich am Sonntag Parteifreunde und Gäste, um das neue Jahr zu feiern, den Ausführungen der Redner zu lauschen, einander auszutauschen.

Im Kulturzentrum Glöckelchen stimmte Rathauschef Achim Grimm seine Parteifreunde mit dem „kleinen ABC“ auch auf künftige Aufgaben ein. Das Pensum von A wie Ärzteversorgung bis V wie Verkehrsentwicklungsplan muss die Mehrheitsfraktion der Christdemokraten jedoch nicht alleine stemmen. Denn auch andere haben das Alphabet der Kommunalpolitik gelernt – wenngleich auf dem Oppositionsbänkchen sitzend. „Mein Dank gilt allen Fraktionen für guten und fairen Umgang miteinander“, sagte Grimm versöhnlich.

Als Kapitän des Verwaltungsschiffes setzt er für Groß-Zimmerns Zukunft auf ein konstruktives Miteinander. Das tut Not: Zum einen klettere das Minus im Etat 2014 auf 1,5 Millionen Euro, sodass interfraktionell um Einsparlösungen gerungen werden müsse - dazu gehören Maßnahmen wie die längere Schließzeit des Hallenbads, die bei den Wählern wenig populär sind. Zum zweiten funktioniere die Gesellschaft nicht ohne ehrenamtliches Engagement. „Weder der Bürgerbus würde rollen, noch die Gemeindebücherei mit ihrem Service funktionieren, der Brandschutz mit zwei tüchtigen Wehren wäre nicht gewährleistet.“

Für die Union begann das Jahr mit einer politischen Sensation. Manfred Pentz (MdL), ein waschechter Zimmerner Bub und als Sohn eines sozialdemokratischen Vaters seit vielen Jahren verdienstvoller Wegbereiter der Union, wurde förmlich über Nacht zum Generalsekretär der hessischen CDU berufen. „Ich war völlig überrascht“, sagte Pentz und strahlte: „Ein Vertrauensbeweis - ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unserem Landesvater Volker Bouffier.“

Für manchen Wähler überraschend klangen die von Pentz geschilderten „enormen Schnittmengen“ mit dem neuen Koalitionspartner der Landes-CDU, den Grünen. Ob Flughafenausbau oder Bildungspolitik, das schwarz-grüne Ehebündnis agiert einvernehmlich.

Jung und forsch ist die schwarze Zukunft am Ort: Die im November 2013 neu erstarkte junge Union lud sogleich zur zünftigen Aprés-Skiparty für Freitag, 31. Januar, ein. Mit professioneller Nüchternheit lenkte Grimm die Aufmerksamkeit auf Herausforderungen, die es in den kommenden Monaten anzupacken gilt.

Für die kleine Gemeinde klang es in der Summe nach großen Vorhaben. Von der Erweiterung der Kläranlage (1,5 Millionen Euro), dem Ausbau des Baugebiets im Schlädchen (75 Bauplätze), dem neuen Jugendsportpark auf dem Festplatz, einem Radweg von Klein- nach Groß-Zimmern und der Schließung des Hallenbades während der Sommermonate, um das Defizit (500 000 Euro) herunterzufahren, berichtete der Bürgermeister. Die Aufnahme weiterer Flüchtlinge sei zu stemmen, die kommunalen Wohnraumressorcen seien erschöpft.

Der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Christof Glaser demonstrierte, dass seine Partei pointiert und kompakt agieren kann. „Wir klatschen en Block“, forderte Glaser das Publikum im dicht gefüllten Saal auf, das mit seinem Applaus zahlreiche Ehrengäste begrüßte. Vereinsvertreter und Kommunalpolitiker anderer Fraktionen waren zu Gast und unterstrichen mit ihrem Besuch das von Grimm genannte „gute Klima“ zwischen den Parteien. In der Sache hart zu streiten gehöre ebenso dazu wie gemeinsam die Gulaschsuppe zu verspeisen - was man nach den Reden auch tat.

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