Insektenhotels made in Waldschule sollen für Nachwuchs sorgen

Zimmern für Zimmern-Bienchen

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Hotelbau in der Waldschule: Irene und Peter Keller, Bastian und Jannes Burger (rechts) zimmern für den Wildbienennachwuchs die passende Babystube.

Gross-Zimmern - Der Nachwuchs soll optimal groß werden. Bei dieser Idealvorstellung von Eltern macht auch die Mauerbiene keine Ausnahme. Groß-Zimmerner Schüler helfen ihr dabei. Von Ursula Friedrich

Wenn Mutter Biene demnächst 30 Tage lang jeweils ein Ei am Tag ablegt, wählt sie vielleicht das Insektenhotel im Garten von Jannes und Bastian Burger als Babystube für ihre Brut. Mit Feuereifer sind die Jungs bei der Sache. Bohren in der Kreativwerkstatt der Waldschule Löcher unterschiedlichen Durchmessers in Eschen- und Buchenhölzchen. Es wird gehämmert, gesägt, getackert, was das Zeug hält. Auch Erwachsene sind dabei. „Wir basteln so gerne“, bekennen Irene und Peter Keller. Nein, die zwei tüchtigen Burger-Jungs seinen nicht die Enkel, sondern die Nachbarskinder. Die nimmt das kreative ältere Paar gerne mit, „als Alibi“, erklärt Irene Keller lachend.

Im umweltpädagogischen Jahresprogramm bietet das Expertenteam der Waldschule regelmäßig Mitmach-Aktionen, um Tieren in der vom Mensch stark veränderten Natur bessere Lebensbedingungen zu schaffen. Und Aufklärungsarbeit zu leisten. Zum Beispiel durch den Bau von Nistkästen, oder, wie am Samstag, gemütlichen Insektenhotels. Die sollen vor allem der Familienplanung von Wildbienen dienen. Der Rückgang von Blüten und der Einsatz von Pestiziden, Klimawandel und Siedlungsdruck – all das seien Faktoren, die das große Volk der Wildbienen dezimiert, so Nabu-Chef Lothar Jakob.

Mit einfachen Mitteln wie dem Insektenhotel und einer – aus Bienensicht – schmackhaften Auswahl an Blühpflanzen, kann im eigenen Garten etwas für die wichtigen Tierchen getan werden. „Insektenhotels sollten an einem besonders sonnigen Platz angebracht werden“, erklärt Lothar Jakob, „das ist auch auf dem Balkon möglich, wo Naturfreunde das Leben im Insektenhotel beobachten können.“ Dass Wespen, Hummeln, Woll-, oder Spiralhornbiene & Co. gefährlich werden können, ist ein Vorurteil. Bienen stechen nur im Notfall. Die meisten Arten, etwa 95 Prozent, sind solitär, bilden keine Staaten und nehmen daher keine aggressive Verteidigungshaltung ein.

Damit die Eier im Insektenhotel geschützt sind, gibt Mutter Biene etwas Nahrung hinzu, dann wird der Eingang verschlossen. Und damit kein hungriger Vogel die Larven herausangelt, nageln Jannes und Bastian zu guter Letzt ein Stückchen grobmaschigen Draht vor das Mehrfamilienhaus der Wildbienenkinder.

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