Zimmerner denken positiv

Harald Richter

„Ich würde am liebsten die Worte Pessimismus, Argwohn, Befürchtung und Misstrauen zu den Unworten des Jahres erklären“, sagte ein Pfarrer aus einer Nachbarstadt in der Christmette. Jüngste Erhebungen hätten bestätigt: Immer mehr Menschen würden von Pessimismus geleitet.Unser Mitarbeiter Michael Just hat für den LA zum Neujahrsbeginn nachgefragt, wie glücklich sich die Menschen fühlen und wie sie auf 2010 geschaut wird. Dass die Unzufriedenheit wächst und sich nur wenige als glücklich bezeichnen, gilt für Groß-Zimmern offensichtlich nicht.

Harald Richter, Werkzeugmacher: Man fährt ein bisschen Motorrad, geht angeln oder macht es sich schön. Wenn für mich alles so bleibt wie bisher, bin ich zufrieden. Ich vergrabe mich grundsätzlich nicht im Keller und gehe auch nicht dorthin zum Lachen. Generell überwiegt bei mir der Optimismus. Ich habe jedoch den Eindruck, dass viele immer gieriger werden und wir ein Volk sind, was nicht mehr zusammenhält. Unser Geld wird weniger, da wir immer mehr drucken müssen und vieles nicht gedeckt ist. So kostet das gleiche Produkt immer mehr. Fast sehe ich das System schon am Ende, da wir unter dem Strich schneller produzieren als wir konsumieren oder leisten können. Mit dieser Zukunft, für die ich nicht wenige Entlassungen fürchte, muss jeder klar kommen.

Heiko Gensler,Diplom-Ingenieur: In Sachen Politik muss man schon pessimistisch sein. Erst gibt es für ein bestimmtes Klientel eine Steuersenkung und dann werden die Sozialbeiträge erhöht. Da hätte man besser ganz die Finger weggelassen, aber man will ja die Leute an die Urne holen. So ein Verhalten macht mir schon Sorgen. Insgesamt denke und lebe ich im persönlichen Bereich aber schon positiv und finde, man sollte optimistisch in die Zukunft gucken. Die Frage, ob ich glücklich bin, ist schwer zu beantworten, weil dafür immer viele Dinge zusammen kommen müssen. Auf alle Fälle würde ich sagen, dass es mir gut geht, weil ich genug zu essen, zu trinken oder auch Freunde habe. Dass die Leute gestresst sind, merkt man schon ein bisschen. Woher das kommt, weiß ich aber jetzt nicht.

Lisa Marie Bauer, Schülerin: Ich merke in Deutschland nicht generell eine schlechte Stimmung. Wer freundlich zu den Menschen ist, bekommt auch Freundlichkeit zurück. Eine negative Einstellung hat eher mit dem Charakter jedes einzelnen zu tun. Wenn einer nur das Schlechte sehen will, dann scheint auch alles schlecht. Ich sehe eher die positiven Dinge wie Familien und Freunde. Unter dem Strich bin ich schon glücklich, auch weil es in der Schule gut läuft. Natürlich gibt es Sachen, wie etwa den Krieg, die nicht so gut sind und die man nicht ausblenden sollte. Aber daran können Menschen etwas ändern und ich habe auch Hoffnung, dass sich daran was ändert. Man sollte immer Chancen sehen und bieten. Wer von vorneherein sagt: Es wird eh nix, der muss und will sich halt keine Gedanken machen.

Dirk Heimburger, Blitzschutzmonteur: Ich bin von Natur aus ein optimistischer Mensch. Meine Oma hat immer gesagt „lach' viel, dann wirst du nie krank.“ So schaue ich morgens in den Spiegel und sage „der Tag ist gerettet“. Große Vorsätze und Gedanken mache ich mir keine, da ich generell zufrieden bin und einfach schaue, was auf mich zukommt. Ich würde mich generell schon als glücklich bezeichnen und brauche viele Dinge nicht, wie etwa mehr Urlaub. Ich bin ein absoluter Vereinsmensch und nehme Urlaub in erster Linie für meinen Verein, die Chorgemeinschaft.

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