Zimmerner Kindergärten spenden für Dieburger Tafel

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Drei Groß-Zimmerner Kindergärten spendeten Weihnachtspäckchen für die Dieburger Tafel. Von links: Karl Meier von der Tafel, Nina und Christiane Dietrich Braun vom Kindergarten Wichernweg, Renate Knaus vom Kindergarten Blumenstraße, Helmut Richter, Tagesmanager der Tafel und Karla Ötzhan, ebenfalls vom Kindergarten Blumenstraße.

Groß-Zimmern/Dieburg (bea) -  Warum in die Ferne schweifen, wenn es auch vor der Haustür so viel Armut gibt? Das meinen Eltern, deren Kleine Groß-Zimmerner Kindergärten besuchen.

Die Elternbeiräte der kommunalen Kitas Blumenstraße, Nordring und Wichernweg haben auch in diesem Jahr aufgerufen, gut erhaltenes Spielzeug zu spenden. Die beeindruckende Flut der Spenden brachten Renate Knaus und Karla Ötzhan (Blumenstraße), Christiane Dietrich-Braun mit Tochter Nina (Wichernweg) und Tanja Kraft am vergangenen Montag zur Dieburger Tafel. Dort wurden die bunten Päckchen ins Weihnachtszimmer geräumt. Die Weihnachtsfrau, die es in Dieburg nach finnischem Vorbild gibt, verteilte die Pakete ab Dienstag an die vielen Kinder oder ihre Eltern, die sich bei der Tafel versorgen. Helmut Richter, Tagesmanager der Tafel, freute sich über die Gaben, die nach Alter der zu Beschenkenden aufgeteilt waren.

Unter den knapp 2 000 Menschen, die derzeit Kunden der Dieburger Tafel sind und zwischen ein- bis viermal in der Woche dort einkaufen, sind auch 700 bis 800 Kinder. Alle werden ein Päckchen erhalten. Gespendet haben nicht nur die Zimmerner Kitas, sondern auch der Dieburger Gewerbeverein, Firmen und Privatleute. „Ich freue mich, auch vor Ort etwas tun zu können“, sagte Elternbeirätin Dietrich-Braun. Gesammelt wurde in Zimmern nur gut erhaltenes Spielzeug „in einer Qualität, die ich auch meinem Kind schenken würde.“ Auch Tochter Nina hat sich von dem einen oder anderen Stück getrennt.

Relativ voll ist das Lager der Tafel kurz vor Weihnachten, nicht nur wegen der Weihnachtspäckchen für die Kinder. „Wir haben im Moment auch einige Artikel, die sonst im Sortiment fehlen, wie Nudeln, Mehl oder Haferflocken“, sagt Tafelmitarbeiter Richter. „Sie wurden uns ebenfalls im Hinblick auf Weihnachten gespendet.“ Ein Mitarbeiter ruft ihm noch zu: „Wir haben soeben vier Kisten Mandarinen rein bekommen.“

Während die Päckchen abgeliefert werden, wird im Laden fleißig eingekauft. Wer eine Berechtigung hat, kann als Einzelperson dreimal in der Woche kommen und einen Einkaufskorb mit Waren füllen. Der Einkaufskorb kostet dann 1,50 Euro.

Familien dürfen viermal die Woche kommen und so viele Körbe füllen, wie sie Familienmitglieder haben. Einzige Einschränkung: wenn mal nicht viel Ware da ist, bestimmen die Mitarbeiter der Tafel, wie voll der Korb werden darf. Schließlich sollen alle etwas ab bekommen.

„Der Kreis der Berechtigten, die meisten bekommen vom Sozialamt eine Empfehlung hierher, steigt“, sagt Richter. Seit fünf Jahren existiert die Tafel nun, sie hat ihre Öffnungszeiten immer weiter ausgedehnt. Rund 100 Ehrenamtliche arbeiten für die Dieburger Tafel, inzwischen gibt es auch einige wenige Festangestellte. „Das sind Tätigkeiten, die eine längere Anwesenheit erforderlich machen. Früher haben diese Jobs Zivildienstleistende ausgeführt“, erklärt Richter.

Das Einzugsgebiet reicht von Ober-Roden bis Groß-Umstadt, von Babenhausen bis Groß-Zimmern. Deshalb ist die Dieburger Tafel auch auf Spenden angewiesen, nicht nur in der Weihnachtszeit. Die Lebensmittel sind von den Geschäften gestiftet, aber die Gehälter der wenigen festangestellten Mitarbeiter, die Kosten für die Autos, die die Waren holen und die Miete müssen auch monatlich bezahlt werden.

Da ist es schön, wenn man sich bei der Tafel wenigstens keine Gedanken um die Weihnachtsgeschenke für die Kinder machen muss.

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