„Zimm'ner feiern im Ort“

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Prost Neujahr! Gemeinsam im Ort Silvester feiern war angesagt.

Groß-Zimmern ‐ Ein deutliches Mehr an Besuchern – das ist das Fazit der jüngsten „Silvester-Lounge“ in der Mehrzweckhalle. Im Gegensatz zur Erstauflage 2009, als die Gästezahl noch recht überschaubar blieb, nahmen diesmal deutlich Mehr Feierlustige das Angebot wahr. Von Michael Just

Thomas Beutel vom Organisationsteam führt das in erster Linie auf die längere Vorbereitungszeit zurück: „Die Idee zur ersten Silvester-Lounge kam ziemlich kurzfristig zustande. In der Folge hatten wir nur ein paar Wochen Vorlaufzeit.“

Das war diesmal anders, so dass die Werbung nachhaltiger ins Bewusstsein rücken konnte. Schon beim „Jahrmarkt der Vereine“ machte das Party-Angebot zum Jahreswechsel die Runde. Zudem wurde ein großes Banner über die Hauptstraße gespannt und damit viele Autofahrer angesprochen.

Extra eine Interessengemeinschaft gegründet

Unterschiedliche Generationen bevölkerten in der Silvesternacht die Tanzfläche in der Halle.

Beim Aufbau hielten sich die Organisatoren an das Konzept des vergangenes Jahres: Gleich rechts vom Eingang wartete ein gediegener Loungebereich mit großen Sesseln und Sofas mit edlem weißen Lederbezug. Wer auf einem „Chaiselongue“ einen Platz wollte, musste allerdings bei den ersten Besuchern sein. Neben der Bühne bildeten, ebenfalls ganz in weiß gehalten, eine runde Bar und eine weiterer Verweilbereich mit Hockern und Designer-Tischen die vier Eckpfeiler der Aufbauten. Weiße Stoffbahnen grenzten als hohe, dünne Wände den Partybereich gegen die Hallenwände ab, die alleine schon farblich nicht ins Konzept gepasst hätten. So verriet nur der Blick an die Decke mit ihren Seilen, dass man sich eigentlich in einer Sporthalle befindet. Organisiert wurde die Silvester-Lounge von einem harten Kern mit etwas mehr als einem halben Dutzend Personen, die sich den Namen „Interessengemeinschaft Silvester-Lounge“ gegeben haben. Darunter sind neben Beutel auch Frank Bremer und Frank Burger vertreten. Letztere sind Inhaber einer Firma für Veranstaltungstechnik, so dass gleich zwei Zimmerner Experten für modernes „Event-Management“ im Orga-Boot saßen. Für den reibungslosen Ablauf sorgten rund 25 weitere Helfer. Wie beim ersten Mal bestand was Publikum, für dessen Auftreten Abendgarderobe erwünscht war, generationenübergreifend.

25 Euro kann man mal im Jahr ausgeben

Um alle unter einen Hut zu bringen, nahm die Musik eine wichtige Komponente ein. Hier lag das Vertrauen mit „Hot`n Cold“ auf einer anderen Band als im letzten Jahr. Deren Engagement erwies sich im nachhinein als gute Entscheidung: Die fünf Musiker aus dem bayerischen Miltenberg fanden mit ihren Cover-Songs guten Anklang. Die Stücke entstammten vorwiegend aus dem tanzbaren Pop-Bereich, so dass auch das ältere Publikum auf seine Kosten kam. Machte die Band Pause, agierte Frank Bremer als DJ und zog mit seinen Disco-Rhythmen das junge Publikum auf die Tanzfläche.

Unter den Partygästen waren auch die vier Freundinnen Vanessa Glock (18), Christin Schottenheimer (18), Theresa Brand (18) und Christina Bokk (19). „Ich trage einmal im Jahr High Heels beziehungsweise Absätze. Das ist an Silvester“, erzählte Bokk lachend. Die Schülerin Schottenheimer hat sich für die Lounge zuvor noch in Darmstadt und extra ein Kleid gekauft. „Ich bin gekommen, weil ich meine Freunde treffen will. Alle sind hier“, sagte Glock auf Nachfrage. Zudem habe es keine anderen Party-Angebote gegeben, außer der Option alleine zu Hause zu sitzen. Den Eintrittspreis von 25 Euro fand sie nicht zu hoch: „Einmal im Jahr kann man das ausgeben.“ Der Ergänzung von Brand war dann kaum noch etwas hinzuzufügen: „Zimm'ner müssen einfach in Zimmern feiern“.

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