„Kio Erol“ besteht seit 20 Jahren

Zum Jubiläum eine Spende für die Jugend

Betreiben seit 20 Jahren den „Kio Erol“ und spenden zum Geschäftsjubiläum 1200 Euro für die Erweiterung des Groß-Zimmerner Jugendzentrums: Ismet Erol und seine Frau Hatice (links). Auch Hatices Schwester Leyla (rechts) hilft im Kiosk mit.
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Betreiben seit 20 Jahren den „Kio Erol“ und spenden zum Geschäftsjubiläum 1200 Euro für die Erweiterung des Groß-Zimmerner Jugendzentrums: Ismet Erol und seine Frau Hatice (links). Auch Hatices Schwester Leyla (rechts) hilft im Kiosk mit.

Groß-Zimmern – „Wenn du deine Arbeit zuverlässig und ehrlich machst und dich an die Spielregeln hältst, dann wirst du auch akzeptiert und respektiert.“ Diese Herangehensweise, formuliert von Ismet Erol, mündet in diesen Tagen zu einem Geschäftsjubiläum in Groß-Zimmern: Seit nunmehr 20 Jahren existiert der „Kio Erol“ in der Darmstädter Straße. Gegenüber der Grünen Mitte betreibt die Familie Erol seit April 2001 ihr Kiosk.

Zum Jubiläum hat sie der Gemeinde eine großzügige Spende zugunsten der örtlichen Jugend zugesagt. Am Anfang des Geschäftsbetriebs stand ein Zufall. Denn Ismet Erol und seine Frau Hatice (beide 47) wohnen in Ober-Ramstadt. Vor zwei Jahrzehnten allerdings ging Ismet Erol regelmäßig im Groß-Zimmerner Hallenbad schwimmen, „und anschließend habe ich mir beim vorherigen Betreiber des Kiosks immer den ,kicker’ geholt“, blickt er zurück. Eines Tages jedoch stand er vor verschlossener Tür. „Ich habe gesehen, dass der Laden neu vermietet werden sollte.“ Erol, den in Groß-Zimmern bis dato allenfalls die Ringerfans kannten, weil der Ober-Ramstädter lange Zeit als Kampfrichter tätig war, ergriff die Chance. Seither hat der Familienbetrieb viele Stammkunden gewonnen – besonders im Kio Erol in Groß-Zimmern, aber auch in einem zweiten Kiosk in Darmstadt, den die Familie ein Jahr später eröffnete. Dieser Kiosk befindet sich in der Innenstadt an der Ecke Adelungstraße/Grafenstraße, wo seit längerer Zeit eine Baustelle das Geschäftsleben erschwert. „Diese Baustelle kostet uns mehr Kunden als Corona“, sagt Ismet Erol, der in Darmstadt einen größeren Anteil an Laufkundschaft hat.

In Groß-Zimmern liefen die Geschäfte auch in der virulenten Zeit auf konstantem Niveau. Die Anteile an dem, was die Kunden nachfragten, haben sich in den vergangenen 20 Jahren jedoch gewandelt: „Lotto war zunächst weniger geworden, wird in der Pandemie bei uns aber wieder mehr gespielt. Tabak und Zigaretten sind auch deshalb stabil, weil die großen Hersteller inzwischen E-Zigaretten im Programm haben. Zeitungen und Zeitschriften verkaufen wir auch weiter ganz ordentlich, aber nur noch an über 35-Jährige.“ Die Kuchen auf Vorbestellung, die Hatice Erol seit etwa einem Jahr backt, hätten sich derweil als echter Renner entpuppt. „Hätten wir das gewusst, hätten wir sie schon viel früher angeboten“, lächelt ihr Mann. Stichwort „lächeln“: Nicht nur Hatice Erol lächelt im Kio Erol regelmäßig die Kunden an; auch ihre Schwester Leyla arbeitet dort gut gelaunt mit. „Mit einem Kiosk kannst du heute nur noch bestehen, wenn die Familie mithilft“, sagt Ismet Erol. In Darmstadt steht auch sein Sohn im Laden, was sich demnächst aber ändern wird, weil er dann sein Studium abschließt. Neben den beiden Kiosken arbeitet Unternehmer Ismet Erol zudem als selbstständiger Hausverwalter.

In dieser Konstellation hat die Familie mittlerweile zwei Jahrzehnte gemeistert. „Wir haben den Groß-Zimmernern viel zu verdanken“, sagt der Inhaber. „Sie haben uns akzeptiert und angenommen. Deshalb hängen wir auch sehr am Laden, wollen ihn weiterführen und zum Jubiläum etwas zurückgeben.“ Konkret wird die Familie der Gemeinde Groß-Zimmern zum 20-jährigen Bestehen 1 200 Euro spenden. Mit der Verwaltung hat sich Ismet Erol bereits darauf verständigt, dass das Geld in die Erweiterung des Groß-Zimmerner Jugendzentrums fließen soll.

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