Zusammen eine Gemeinschaft schaffen

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Gözde-Nur (von links), Beyza und Seyda fiebern dem neuen Vorhaben entgegen: Der Spielplatz im Wohngebiet Angelgartenstraße/Dresdnerstraße soll in einer Gemeinschaftsaktion neu angelegt werden.

Groß-Zimmern (ula) ‐ 700 Menschen, 35 Nationen, eine Idee: Der „Quartiersplatz“ zwischen den Wohnblocks Angelgartenstraße/Dresdnerstraße soll schöner und zu einem Treffpunkt für alle Generationen aufgewertet werden.

Nachdem der Startschuss für das Vorhaben im Herbst letzten Jahres gefallen war, geht es nun in die nächste Phase. Entscheidend ist, dass auch diesmal wieder genügend Menschen mit anpacken. Denn: Das Vorhaben unter dem Slogan „Soziale Stadt“ wird von Bund, Land Hessen und der Kommune zwar finanziell getragen, für die Umsetzung sind die Bürger aber selbst verantwortlich.

Im zweiten Bauabschnitt heißt es am 7. und 8. Mai, die „Ärmel hochkrempeln“. Papierkörbe aufstellen, Fundamente betonieren, Pflanzungen anlegen und mehr steht auf dem Vorhabensplan. „Der Bauhof wird im Juni dann die Geräte aufstellen“, informierte Thomas Heinrich, Architekt, Stadtplaner und Mitarbeiter der verantwortlichen „Projektwerkstatt“. Im September sei ein abschließender Arbeitseinsatz geplant, dann soll gefeiert werden.

Riesensandkiste mit Baumstamm-Rand

Zum Informationstreffen der Projektwerkstatt am Montag kamen zwar nur wenige Anwohner, die signalisierten jedoch starkes Engagement und brachten eigene Ideen ein. „Die Hütte auf dem Spielplatz müsste weg“, sagte eine Mutter. Dort würden Jugendliche, insbesondere Schüler der benachbarten Albert-Schweitzer-Schule, rauchen und für kleinere Kinder ein schlechtes Vorbild abgeben. Auf dem Wunschzettel einer anderen Mutter stehen Sitzbänke und zwei Tische, um auf der rund 5 000 Quadratmeter großen Fläche, dem grünen Herzstück des Wohnviertels, gemütlich picknicken zu können.

Fest geplant ist die Anlage des Spielplatzes. Vier größere Spielgeräte, eine Nest-Schaukel, Doppel- und Kleinkinderschaukeln sowie eine Vier-Personen-Wippe sind vorgesehen. Ein durch Baumstämme abgeschlossener Bereich soll zur Riesensandkiste werden. Anwohner Burkhard Wolf und sein Freund Silvester Seyda werden bereits in der kommenden Woche mit dem Maurerwerkzeug ausrücken und als Begrenzung der Sandfläche eine 20 Meter lang Bank herstellen – ehrenamtlich versteht sich.

Quartierfest der Nationen als Startschuss zur interkulturellen Woche

Bei unserem letzten Arbeitseinsatz hatten wir 114 Helfer“, so Sozialpädagoge Tobias Lauer von der Projektwerkstatt. Für seine Idee, die Fertigstellung im September mit einem „Fest der Kulturen“ zu feiern, fand er bereits viele Mitstreiter. Ein Jugendlicher wünschte sich Musik und DJ, ein Vater warb für Karaoke, die Frauen für Tänze und kulinarische Vielfalt. Tobias Lauer will eine Hüpfburg besorgen, eine Bühne stellen und an zahlreichen Ständen internationale Spezialitäten bieten. Das Wohngebiet könne in eigener Sache werben und etwas zum besseren Image beitragen, meinte er. Außerdem habe der Kreis Darmstadt-Dieburg signalisiert, das Quartiersfest der Nationen für den Startschuss zur interkulturellen Woche des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu wählen.

Trotz ehrgeiziger Ideen gab es Kritik: Einige eingepflanzte Sträucher am Fußballplatz wurden mehrfach ausgerissen – ein junger Täter konnte dingfest gemacht werden.

Einige Frauen der Wohnanlage entwickelten eine eigene Idee, um das Miteinander in der großen Anlage zu stärken. Am runden Sitzplatz im Zentrum der Anlage wollen sie am 15. Mai alle Mitbewohner zum Reden, Essen und Trinken einladen: „Damit wir eine Gemeinschaft sind“, so das Motto der Frauen.

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