Hoffest beim Bauer Mann ist ein besonderes Erlebnis

Zwei Tage Natur pur

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Die Strohhüpfburg lockte viele junge Besucher des Hoffestes von Bauer Mann an. Auf den Ballen ließ es sich prima toben.

Groß-Zimmern - Es wimmelte von Kindern auf dem Gelände von Bauer Klaus Mann. Vor allen Dingen für die Jüngeren unter ihnen war das zweitägige Hoffest am ersten Wochenende im September wirklich ein besonderes Ereignis mitten in der Natur.

Wo sonst können die Kleinen auf einmal so viele Tiere sehen, manche – wie die Kaninchen – auch streicheln, und sich viel bewegen? Die große Strohburg lud beim Hoffest von Bauer Mann zum Klettern, Besteigen und Springen ein, über Baumstämme konnte balanciert werden oder die großen Sandberge hinabgerutscht werden. Am Samstag und Sonntag hat Mann mit seinem Team eine regelrechte Erlebnislandschaft für die jüngsten Besucher aufgebaut.

Rita und Walter Weinreuter kamen mit dem vierjährigen Tim. Der saß auf einem alten Traktor und war von dem Oldie kaum noch herunterzubringen. „Feuerwehr und Traktoren, das ist das größte“, sagte Opa Walter Weinreuter. „In diesem Jahr haben wir den Enkel über das Wochenende, da haben wir gedacht, da gehen wir her. Man liest und hört immer vom Bauern Mann und dann will man auch mal gucken, was da los ist.“

Die kleinen Kinder fütterten die Wollschweine mit dem bereitgelegten Grünfutter.

Benjamin (9) ist mit den Eltern Bernadette und Daniel Gaida gekommen. Auch Benjamin hat sich auf ein landwirtschaftliches Gefährt, einen Pflug gesetzt, und strahlte. „Wir sind heute wahrscheinlich schon das zehnte Mal hier“, sagte Bernadette Gaida, „seit wir in Groß-Zimmern wohnen, kommen wir immer. Das Hoffest ist in den letzten Jahren sehr gewachsen, es kommt immer was Neues dazu, das finde ich sehr schön und die Hofatmosphäre ist toll. Ab und zu kaufen wir auch für Weihnachten eine Gans von hier.“

Wolfgang Bär stammt aus Kleestadt. Er kommt auch regelmäßig mit den Töchtern Johanna und Theresa. „Es ist einfach schön für die Kinder. Ein bisschen Natur, Tiere füttern, reiten, ich bin auf dem Land groß geworden. Ich wollte immer Bauer werden bis zu einem gewissen Alter, bis ich begriffen habe, das ein Bauer auch sonntags arbeiten muss. Die Töchter lieben am meisten die Kaninchen und die Ponys.“ Gregor Püchner verbrachte das ganze Wochenende auf dem Hof. Denn Ida (4) bestand darauf, zweimal dabei zu sein. „Am Sonntag gucken wir alles noch mal an“, sagte sie am erstem Festtag, am Samstag.

Klaus Mann stand wie eigentlich immer beim Hoffest am Grill. Er wendete Hühnerflügel, aber auch Wollschweinkoteletts. „Ich freue mich, dass es den Leuten so gut schmeckt“, sagte Mann. Doch manche Besucher bedauerten die Schweine – die sie ja noch quicklebendig in ihren Pferchen antrafen – weil sie demnächst den Schlachter kennenlernen. „Aber wenn die Wollschweine nicht gegessen würden, dann würden die nicht nachgezüchtet und die Rasse würde langsam aussterben. Die Schweine werden nur leben, wenn sie anschließend jemand isst“, so der Bauer.

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Rund 100 Schweine zieht der Landwirt im Jahr groß und schlachtet sie dann, ganz am Anfang waren es nur zwei pro Jahr. Inzwischen sind die Kunden auf den Geschmack gekommen. Mann kauft die Ferkel zurzeit beim Züchter, überlegt aber, ob er doch mal zwei, drei Mutterschweine hält. „Aber man braucht dann einen Stall und einen Eber, so ganz einfach geht es nicht. Wenn man was anfängt, muss man es richtig machen.“ Mann freut sich darüber, dass immer mehr Kunden darauf achten, wo sie ihre Lebensmittel kaufen. „Es gibt auch in Groß-Zimmern immer mehr Bürger, die ihr Schweinefleisch bei mir kaufen. Hier können sie sehen, wie die Tiere aufwachsen und das Fleisch schmeckt einfach besser. Schon bei meinem Opa haben die Menschen ihren Sonntagsbraten gekauft und heute machen das viele wieder so.“

Neu bei diesem Hoffest wardas Angebot für die Kinder: Sie konnten mit den vielen Federn, die der Landwirt jedes Jahr von den Gänsen bekommt, ein eigenes Kissen stopfen. Den Bezug konnten sie auch noch bemalen. Marie (10), sie ist eine Nichte von Bauer Mann, half den Kindern beim Stopfen und Malen – so war es für alle Beteiligten ein spannendes und ereignisreiches Fest. J zab

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