Zweimal mit dem Bus ums Dorf

Groß-Zimmern ‐ Von Groß- nach Klein-Zimmern fährt derzeit nichts. Wegen der Baustelle an der Gersprenzbrücke müssen Autos wie Busse - und damit auch die Fahrgäste der DADINA - weiträumige Umleitungen in Kauf nehmen. Von Gudrun Fritsch

Beim LA beschwerten sich Busnutzer über zeitraubende Touren, man müsse zweimal mit dem Bus ums Dorf. Eigentlich wollten sie von Klein-Zimmern zum Bahnhof in Dieburg. Da jedoch der stündlich fahrende Bus um kurz nach 6 Uhr früh nicht kam, nahmen sie die Linie 672 nach Groß-Zimmern. Die Richtung stimmte zwar zunächst, doch weitere Staus führten zu größeren Verspätungen. Trotz Bittens und Flehens ließ der Busfahrer niemanden an Haltestellen auf der Umleitungsstrecke am Dieburger Stadtrand (B 26/alt) aussteigen, alle mussten mit bis zur Friedensschule in Groß-Zimmern. Unterwegs kam ihnen schon der Anschlussbus, den sie dort erreichen wollten, entgegen.

Da auch dieser nur stündlich verkehrt, liefen die Fahrgäste zurück zur Haltestelle Bertha-von-Suttner-Straße am Ortsrand Richtung Dieburg, um mit der Linie 679 eventuell doch noch den Zug zu erreichen. Dieser Bus war jedoch gerade abgefahren und der folgende, der Linie 672 von der Friedensschule, hielt trotz der intensiv mit ihren Fahrscheinen winkenden Menschen nicht an, da für ihn dort keine reguläre Haltestelle ist.

Bauarbeiten sollen Ende nächster Woche fertig sein

Auf Nachfrage des LAs bei der DADINA erklärte der zuständige Verkehrsplaner Thomas Blum, dass sich der Busfahrer korrekt verhalten habe. Ein- und Aussteigen ist nur an ausgewiesenen Haltestellen möglich. Der Umweg ohne Halt sei zwar aufwändig, aber man wolle trotz der Umleitung möglichst den Fahrplan einhalten. Es gebe wegen der Baustelle leicht veränderte Zeiten, ob die Fahrpläne an den Haltestellen auch tatsächlich hängen bleiben, könne schlecht geprüft werden. Verständnis zeigte Blum für den Wunsch, in einer solchen Situation - wenn offensichtlich der Fahrplan nicht mehr eingehalten werden kann - auch an einer anderen Haltestelle aussteigen zu dürfen. Bemüht, den Umleitungsgeplagten Fahrgästen zu helfen, forschte er im eigenen Betrieb und bei der Busfirma Werner nach, ob in einem solchen Fall Ausnahmeregelungen möglich wären.

Die Antworten bestätigten seine anfänglich geäußerten Bedenken: „Man kann die Entscheidung über das Ein- und Aussteigen nicht situationsbedingt den Fahrern überlassen und es wäre zu kompliziert, den Fahrgästen Individuallösungen zu erklären. Ausnahmen gibt es also nicht“, erklärt Blum. Ein Trost: Man ist sehr bemüht Zeiten einzuhalten und die Bauarbeiten sollen wohl Ende nächster Woche fertig sein.

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