Zweiter Blutspendetermin in Zimmern

An Fastnacht sind die Hallen sehr gefragt

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Edith von Goscinski-Prinz (links) hat ihre 25. Blutspende absolviert, Christa Dietrich ihre 50.

Groß-Zimmern - Mit rund 80 Blutspenden hat Bettina Gibson-Altmann, Vorsitzende des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), am Dienstag gerechnet. Und das Ergebnis bestätigt ihre Erwartungen.

Mit 85 Spenden kann der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen nach Frankfurt zurück fahren. Normalerweise kommen mehr Spender zu den Terminen in Zimmern. So „wenig“ sind es nur, weil dieser Termin zusätzlich eingeschoben wurde. Der letzte Spendetermin war am 23. Januar und ist damit noch nicht lange her. „Es ist momentan zu wenig Blut vorrätig“, begründet Gibson-Altmann diesen zweiten Termin in rascher Folge. Die DRK-Ortsvereinsvorsitzende wundert sich an diesem Abend nicht schlecht, weil viele Spender kommen, die sie noch nie gesehen hat. Wenn man wie Gibson-Altmann die Termine seit Jahren organisiert, dann kennt man seine Pappenheimer. „Heute kommen Menschen, die an unserem normalen Termin, der liegt immer donnerstags, nicht kommen können. Deshalb habe ich die Gesichter bis jetzt kaum gesehen.“

Marianne Wiegand (von links vordere Reihe), Veronika Gruber, Maria Grimm, Waldtraud Pullmann (hinten von links) sowie Heidi List gehören zur Küchenbrigade und sorgen für die Verpflegung der Spender. Die Vorsitzende des Ortsvereins Bettina Gibson-Altmann hat sich zum Gruppenfoto gesellt.

„Der Februar ist tendentiell ein schwacher Monat bei den Blutspenden“, erklärt die Pressesprecherin des Blutspendedienstes in Frankfurt, Stefanie Fritzsche, auf telefonische Nachfrage. 1 000 Spenden benötigen die Abnehmer, Kliniken und Praxen, pro Tag in Hessen, 1 000 Spenden sollte der Blutspendedienst also auch liefern können. „Im Februar ist die Nachfrage nicht unbedingt höher“, sagt Fritzsche, „aber wir haben in der Faschingszeit große Probleme, überhaupt Hallen und Säle zu finden, wo wir unsere Blutspendetermine veranstalten können.“ Sollte es mal ganz eng werden, können sich die DRK-Blutspendedienste auch Blut aus anderen Bundesländern besorgen. Insgesamt geht das Spenderaufkommen zurück. „Wir hatten drei Prozent weniger Spenden im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vormonat“, sagt Fritzsche. Dennoch passen Aufkommen und Nachfrage noch zusammen, weil die Kliniken in den letzten Jahren ein besseres Management mit den Blutkonserven betreiben. Den aktuellen Engpass lindert der Groß-Zimmerner Termin ganz ordentlich. „Für einen zusätzlichen Termin ist das Spenderaufkommen mit 85 Blutspenden super gut“, freut sich die Pressesprecherin. Schlangen bilden sich in der Mehrzweckhalle, obwohl es deutlich weniger Spender wie sonst sind, dennoch vor den einzelnen Stationen.

Der Blutspendedienst hat in Erwartung des geringeren Aufkommens an Spendewilligen weniger Ärzte und auch Betten mitgebracht. Einen Nebeneffekt gibt es auch für die Helfer aus dem Ort. Sie sind größeren Andrang gewohnt und auch darauf eingestellt, mehr zu arbeiten. So stöhnt Veronika Gruber, sie gehört zur „Küchenbrigade“ und sorgt mit ihren Kolleginnen dafür, dass immer genug belegte Brötchen und Kuchen auf den Tischen stehen, „es ist heute richtig langweilig, gar kein Stress.“

Trotzdem sind auch an diesem Tag einige Mehrfachspender gekommen. Zur 70. Spende sind Jens Fischer und Irmgard Mieth erschienen, zur 60. Holger Schuck und ein halbes Hundert hat Christa Dietrich voll. Für die 30. Spende wurde Dietrich Felgenhauer geehrt, für die 25. Spende Edith von Goscinski-Prinz. Zehn Spenden haben Werner John und Holger Sakic inzwischen absolviert. Gibson Altmann freute sich auch über sechs Erstspender, denn natürlich braucht auch der Blutspendedienst den „Nachwuchs“.

bea

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