Großmeister des heiligen Unernstes

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In seiner neuen Arbeit „An attempt to fail at groundbreaking theater“, aufgeführt im Studio des Mousonturms, verbeugt Rizzi sich vor der verstorbenen Tanztheater-Innovatorin Pina Bausch, der New Yorker Theater avantgardistin Penny Arcade und dem 1989 verstorbenen Underground-Filmer Jack Smith.

Frankfurt - Der Wirrnis Form zu geben: In dieser Kunst hat Antony Rizzi einige Finesse entwickelt. Seiner nimmermüde sprudelnden Fantasie und dem Drang zur Selbstdarstellung lässt der ehemalige Tänzer im Frankfurt Ballett von William Forsythe viel Raum. Von Stefan Michalzik

In seiner neuen Arbeit „An attempt to fail at groundbreaking theater“, aufgeführt im Studio des Mousonturms, verbeugt Rizzi sich vor der verstorbenen Tanztheater-Innovatorin Pina Bausch, der New Yorker Theater avantgardistin Penny Arcade und dem 1989 verstorbenen Underground-Filmer Jack Smith.

Theater außer Rand und Band. Gemeinsam mit seiner einstigen Forsythe-Kollegin Irene Klein als Pina Bausch erklimmt Rizzi in einer groteskkühnen Bergsteigertour die Gipfel von Werkstattleitern, in Anspielung auf das Bausch-Stück „Auf dem Berge hat man ein Geschrei gehört“. Am Ende des Abends tauschen Pina Bausch und Penny Arcade sich interessiert über ihre Kunst aus. Schließlich kommt noch Jack Smith ins Spiel. Für das Verlesen seiner Textsequenzen wird eine Zuschauerin requiriert.

Rizzi präsentiert Lieblingssongs und führt Stücke aus seinem Foto- und Videoarchiv vor. Schnappschüsse von Freunden, Straßenszenen, das Team vom Asia-Imbiss. Im pointierten Anriss spielt er auf das Theater an. Applaus allein für das Konzept! Und danach eine Runde durchs Publikum zur Kollekte mit Hut. Was immer Rizzi tut, ist von Schalk durchblitzt. Wie jeder gute Clown freilich ist er nicht einfach albern, sondern bisweilen poetisch. Ein Großmeister des heiligen Unernstes.

Quelle: op-online.de

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