Helge Schneider in der Jahrhunderthalle

Altvertraute Neuheiten

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Frankfurt - Helge Schneider fällt immer wieder etwas Neues ein, selbst wenn es sich oft um Variationen altbekannter Nummern handelt. Von Sebastian Hansen 

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Allein schon die Mondscheinsonate: In den vergangenen zwanzig Jahren hat Schneider Beethovens Klavierstück in vielen seiner Programme verwendet - und immer wieder eine neue Nummer daraus gemacht. Schon lange gastiert Helge Schneider immer zu Rosenmontag in Frankfurt, diesmal in der Jahrhunderthalle. „Pretty Joe und die Dorfschönheiten“ heißt das neue Programm, der Titel spielt keine Rolle. Es ist der ins Groteske überzogene Gang eines Greises, mit dem Schneider auftritt, er trägt Sonnenbrille, Vollbart und einen viel zu weiten Smoking. Lange will das Mundstück des Tenorsaxofons mit dem Mund nicht zusammenkommen, bis er schließlich eine Hardbop-Fassung des Standards „The Man I Love“ anstimmt, nach dem bewährten Motto: veritabler Jazz & Faxen, mit seinem seinem wunderbaren sechsköpfigen Jazz- und Rund-um-die-Welt-Musik-Ensemble.

Der ewig geknechtete Teebutler Bodo ist wieder dabei sowie der diesmal stummfilmexpressionistisch geschminkte Sergej Gleithmann. Udo Lindenberg nuschelt sich kurz als Parodie herein, auch die Panflöte ist altbekannt. So wohlvertraut alles sein mag, es tritt in derart frischen Variationen auf, dass es nicht langweilig zu werden droht. Es gehört aber auch zu Schneiders Kunst, dass er sich wiederholen kann, etwa wenn zum x-ten Mal beim Flamencospiel die Schlaghand hoffnungslos im Schallloch der Gitarre stecken bleibt - und man lacht jedesmal darüber.

Quelle: op-online.de

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