Hochschule öffnet sich

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Offenbach - Bühnenbild, Fotografie, Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Film, Typografie, Grafik- und Produkt-Design: Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) hat viel zu bieten, und das zeigt sie auch auf dem 15. Rundgang, der heute Abend um 18. Von Carsten Müller

30 Uhr mit der Verleihung von Förderpreisen und einer CrossMediaNight mit Videos, Animations- und Zeichentrickfilmen sowie Performances auf dem Schlossplatz eröffnet wird. Die HfG bespielt zudem fünf Außenstationen, unter anderem die ehemalige Industriehalle in der Christian-Pleß-Straße. Ein Shuttle-Service mit von der EVO gesponserten Elektroautos fährt die Besucher quer durch Offenbach.

Die Bühnenbildner haben sich diesmal Alban Bergs Oper „Wozzeck“ angenommen und dazu Klang-Raum-Installationen geschaffen, wie in der Raumbespielung von Johanne Schröder, in der Fotosensoren die Lautstärke ihrer eigenen Zwölfton-Komposition regeln, je nachdem wie man sich im Raum bewegt. Mathis Kuhn hat dreißig Sätze aus Woyzecks medizinischem Gutachten entnommen und diese mit einer Zwölfton-Reihe nach einer EKG-Kurve unterlegt.

Produktdesigner in der Aula

Ihre Diplomarbeiten zeigen die Produktdesigner in der Aula, etwa eine Brillenkollektion von Ying Wang, die individuell bedruckt werden kann, oder Christopher Prenzels Ultraschallgerät, das als Datenspeicher ein iPhone nutzt. Wie konkret und eng die Verbindungen der HfG zu Drittmittelsponsoren aus der Wirtschaft sind, zeigen Design-Modelle für einen Audi-Sportwagen oder die Entwürfe für Brennwertkessel der Firma Viessmann, als Wohn-Accessoire und Ersatz für teure Kellerräume.

Der Fotografie ist die Schlosskapelle vorbehalten, wo Karolin Back für ein großformatiges Seestück Negativ und Positiv einer Aufnahme wandfüllend verschmolzen hat und Philipp Grünewald echte Gräser Schatten auf eine Fotografie werfen lässt.

Auf dem EVO-Gelände ist eine Werkstatt für Markus Holzbachs „Engelstrompete“ freigeräumt worden. ein Gebilde aus Alunetz und Weidenästen, das sich mit Projektionen und Klang zu einer interaktiven Plastik vereint, die sich mehr oder weniger direkt mit der städtebaulichen Entwicklung des Hafenviertels auseinandersetzt. Dazu gibt es Architekturentwürfe der Bergischen Hochschule Wuppertal und der Londoner Architectural Association.

Präsentation in der Ölhalle am Hafen

Ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt ist die Präsentation in der Ölhalle am Hafen, wo sich unter der Regie von Lutz Pillong und Sven Prothmann Bildhauer und Maler der HfG und der École des Beaux Arts aus Bordeaux zusammengetan haben und den Raum in einer Art Work in Progress bespielen. Mit vorgegebenen Materialien haben sie Bar, Bühne und sogar einen Swimming-Pool errichtet.

Rundgang vom 6. bis 8. Juli. Freitag 18-23 Uhr, ab 22.30 Uhr CrossMediaNight (Schlossplatz); Samstag 14-22 Uhr, ab 22.30 Uhr Filmnacht (Schlossplatz); Sonntag 14-20 Uhr.

Die ehemalige MAN-Maschinenhalle in der Christian-Pleß-Straße hat sich in einen Ausstellungsraum verwandelt, der mit mobilen Stellwänden einen fließenden Übergang von Typografie zu Grafik-Design, experimentellen Raumkonzepten und dem 360-Grad-Kino der Filmklasse ermöglicht. Plakatentwürfe, Fotografie und Malerei sind hier ebenso vertreten, wie Lukas Sünders Reflexion über den „Hamlet“, dessen einzelne Szenen mit Hilfe von statistischen Daten des Nahost-Konflikts nachgestellt wurden. „Wir wollen die Laborsituation zeigen“, sagt Typografie-Dozent Sascha Lobe, deshalb hat der Besucher dort auch die Möglichkeit in Katalogen und Entwürfen zu blättern. Eine Ruheinsel gibt es ebenfalls in der Geleitstraße, wo die Malklasse aktuelle Positionen zeigt, figürliche, wie Anastacia Heys Facebook-Kritik, oder abstrakte wie Dirk Baumanns Farbkompositionen. Multimedial unterwegs sind die Studenten im Bereich Freies Zeichnen und Illustration, die abwechslungsreiche Arbeiten zeigen, von Antonia Deiss’ filigranen Märchenillustrationen, über Trickfilme bis hin zu Mia Bencums „Missing Nature“-Comics. Wichtig sei, so Dozentin Mariola Brillowska, der erzählerische Aspekt. Spannende Geschichten hat der Rundgang viele zu bieten.

Quelle: op-online.de

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