An Offenbacher Hochschule für Gestaltung

Wettermaschine und Eissalon

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Transparenter Tanz: Die Bühnenbildklasse von rosalie experimentiert mit Szenen hinter bewässertem Plexiglas.

Offenbach - Endlich kann man das Wetter nach eigenen Wünschen gestalten. Es genügt, einige Knöpfe und Regler zu betätigen, und schon erzeugt man in einer dafür vorgesehenen Kabine Sonne oder Regen oder Schnee. Von Eugen El 

Die durch das mittelalterliche Epos „Die Geschichte der Liebe von Tristan und Isolde“ inspirierte, interaktive Wettermaschine wurde von Nils Wildegans gebaut. Sie ist Teil der Präsentation der Klasse für Bühnenbild beim diesjährigen Rundgang der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG), der heute Abend beginnt.

Zum Auftakt des Rundgangs werden in einer auf dem Schlossplatz stattfindenden „Award Show“ nicht weniger als 14 Preise und Stipendien für herausragende künstlerische und gestalterische Leistungen der Studierenden vergeben. Die Auswahl der Preisträger dürfte den Juroren nicht leicht fallen, denn auch dieses Jahr präsentieren sich die HfG-Studierenden enorm vielseitig und individuell. Von technologisch grundierten, anwendungsorientierten Entwürfen, über Film und Performance, bis hin zu hermetisch wirkenden künstlerischen Äußerungen reicht das Spektrum der auf dem Campus in der Schlossstraße, im Atelierhaus Geleitsstraße, in den Räumen der Seifenfabrik Kappus sowie an weiteren Stationen in Offenbach gezeigten Arbeiten.

Das Kommunikationsdesign gehört zu den tragenden Säulen der Ausbildung an der HfG. Die Studierenden von Klaus Hesse zeigen im 3. Stock des HfG-Westflügels ihre Plakatentwürfe. Die Vielfalt der Herangehensweisen an die Aufgabenstellungen, die oft im Zusammenhang mit Gestaltungswettbewerben stehen, überrascht. Man begegnet strengen, rein typografischen Ansätzen ebenso wie zeichnerisch und fotografisch aufgefassten Entwürfen. Die HfG-typische, gegenseitige Durchdringung der künstlerischen und gestalterischen Disziplinen wird hier sichtbar.

„Ice, Ice, Baby“

Im doppelten Sinne erfrischend ist die Präsentation der Studierenden des Fachbereichs Produktgestaltung im von der HfG angemieteten Katharina von Bora-Saal in der Ludo-Mayer-Straße. Im Rahmen eines Grundlagenkurses haben sie neue gestalterische Zugänge zu einem scheinbar selbstverständlichen Alltagsobjekt gesucht: dem Speiseeis. Unter dem Titel „Ice Ice Baby“ sieht man neue Entwürfe für Eislöffel, Eisstäbchen, Eisbehälter. Der Kurs ermöglichte es den Studierenden, innerhalb einer kurzen Zeitspanne den Entwurfsprozess von der Idee bis zur Umsetzung nachzuvollziehen. Die Besucher indes können sich während des Rundgangs direkt vor Ort mit frischem Eis versorgen.

Eistüten der Produktdesigner

Erfrischt und gestärkt kann man dann den Ausflug in die Geleitsstraße antreten. Im dortigen Atelierhaus zeigen die Studierenden der Klassen für Bildhauerei, Grafikdesign/Illustration und Malerei ihre Arbeiten. Insbesondere in den Malerateliers spürt man Aufbruchsstimmung. Im Herbst vergangenen Jahres hat der 1963 geborene Maler, Kurator und Autor Gunter Reski die Nachfolge Adam Jankowskis als Professor für Malerei angetreten. Reskis Unterricht setzt sich aus Einzel- und Gruppenbesprechungen studentischer Arbeiten sowie aus Bildvorträgen zu aktuellen malerischen Positionen zusammen. Auch gemeinsame Ausstellungen und Kooperationen mit anderen Kunsthochschulen gehören zum Programm. Die Präsentation der etwa 25-köpfigen Klasse hinterlässt einen Eindruck von Ernsthaftigkeit.

Abrunden lässt sich der Rundgang in der Kappus-Seifenfabrik in der Ludwigstraße. Dort zeigen die Studierenden des Lehrgebiets Experimentelle Raumkonzepte von Heiner Blum ihre Arbeiten. Die buchstäblich experimentellen Werke sprengen Grenzen zwischen den Medien und Disziplinen. Für eine solche Vielfalt der künstlerischen und gestalterischen Positionen braucht man Zeit. Bis Sonntagabend besteht die Möglichkeit, die HfG in ihrer ganzen Bandbreite kennenzulernen. Neben der Ausstellung locken das umfangreiche Rahmenprogramm und ein Wetter, wie man es sich nur wünschen kann.

Rundgang der Offenbacher Hochschule für Gestaltung vom 18. bis 20. Juli. Geöffnet: Freitag 18-21 Uhr (Ausstellung), ab 22.30 Uhr Crossmedia-Night auf dem Schlossplatz; Samstag 14-22 Uhr (Ausstellung), ab 22 Uhr Filmnacht auf dem Schlossplatz; Sonntag 14-20 Uhr (Ausstellung). Ausstellungsorte HfG-Campus, Schlossstraße 31; HfG-Atelierhaus, Geleitsstraße 103; Zollamt Studios, Frankfurter Straße 91; Rudolf-Koch-Schule, Schlossstraße 50; Katharina von Bora Haus, Gemeindesaal, Ludo-Mayer-Straße 1; Kappus Seifenfabrik, Ludwigstraße 61 www.hfg-offenbach.de

Quelle: op-online.de

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