Ein Hund auf Freiersfüßen

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Was alles passiert, wenn sich Vierbeiner in Zweibeiner verwandeln, die sich am Ende gar in eine Menschenfrau vergucken: Davon erzählt „Herr Bello und das blaue Wunder“.

Frankfurt - Was alles passiert, wenn sich Vierbeiner in Zweibeiner verwandeln, die sich am Ende gar in eine Menschenfrau vergucken: Davon erzählt „Herr Bello und das blaue Wunder“, das aus der Feder von „Sams“-Erfinder Paul Maar stammende Weihnachtsmärchen des Volkstheaters Frankfurt, das auch großen Zuschauern gefällt. Von Maren Cornils

Das Stück ist noch bis Samstag, 26. Dezember, zu sehen.

Apotheker Sternheim (Giovanni Romano) und Sohn Max (Pierre Humphrey) leben mit Haushund Bello (Thomas Koob) in einem echten Männerhaushalt, der allenfalls durch die hübsche Nachbarin Frau Lichtblau (Julia Schneider) gestört wird. Eines Tages aber erhält der biedere Sternheim von einer geheimnisvollen Unbekannten (Sylvia Tietz) eine Flasche mit bläulich schimmernder Flüssigkeit, die sein Großvater, ein großer Magier, zusammengebraut haben soll. Wer davon trinkt, so die Warnung der Hexe, erlebe eine wundersame Verwandlung. Eine Erfahrung, die auch der neugierige Bello macht – sehr zum Unmut Sternheims, der den nackten und etwas seltsamen Zeitgenossen nun in das Leben als Mensch einführen und ihn dann als seinen verrückten Verwandten aus Tirol ausgeben muss. Denn Bello verschenkt nicht nur gern mal seinen Lieblingsknochen an sympathische Zeitgenossen, er ist auch sonst ein wenig verhaltensauffällig. Dass er sich zu allem Überfluss in Frau Lichtblau verliebt und diese mit Hilfe von Max zum Rendezvous bittet, macht das Leben für den gestressten und eifersüchtigen Apotheker nicht leichter.

Sehenswertes Weihnachtsstück gelungen

Wie schon im „Sams“ erzählt Paul Maar auch in dieser von Natascha Retschy liebevoll inszenierten Geschichte von der Magie der Verwandlung und davon, was passiert, wenn bierernste Mitmenschen gezwungen werden, Fantasie zu entwickeln. Rainer Schöne entwarf dazu das Bühnenbild, Rainer Bielfeldt schrieb die Musik. Thomas Koob brilliert als komischer Kaspar-Hauser-Verschnitt und knuddeliger Bello, der im Nu die Herzen der kleinen Zuschauer gewinnt. Nicht minder komisch: Sylvia Tietz als Huhn mit „G“-Fehler. Kurzum: Mit „Herr Bello und das blaue Wunder“ gelingt dem Volkstheater Frankfurt ein sehenswertes Weihnachtsstück zum Schmunzeln und Träumen.

Quelle: op-online.de

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