"Ice Age" ab sofort auf Eis

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Mammut-Baby Peaches steht im Mittelpunkt des Eis-Musicals „Ice Age Live“ in der Frankfurter Festhalle.

Frankfurt - „Ice Age on Ice“ wäre, auch wenn es holperig klingt, der passendere Titel für die artistische Kufenshow, die noch bis Sonntag in der Frankfurter Festhalle gastiert. Von Anke Steinfadt

Damit wäre deutlich, dass es nicht darum geht, die erfolgreiche Kinoreihe durch ein Bühnenstück zu ergänzen, sondern um ein buntes Echtzeiterlebnis, bei dem die Handlung eine untergeordnete Rolle spielt. Die Story ist mager: Mammut-Baby Peaches wird entführt, gesucht, gefunden und unter widrigen Umständen nach Hause gebracht.

Bei der Umsetzung wird allerdings nicht gespart. Los geht es mit einem großen Knall und dem Auftritt von Scrat. Das beliebte Säbelzahneichhörnchen verteidigt, wie auch im Film, den Besitz der ihm kostbaren Eichel und taucht parallel zur Handlung wiederholt in Erscheinung. Seine Kämpfe werden in schönen Eiskunstlauf-Choreografien ausgetragen

24 Szenen bilden die Geschichte

24 Szenen bilden die Geschichte – visuell und technisch auf hohem Niveau, dazu musikalisch hervorragend untermalt. Die eigens für die Show komponierten Stücke reichen weit: Pop und Rock geben den Ton an, aber auch Tangorhythmen, Orientalisches und Folk erklingen.

Ein künstlicher Eisberg im XXL-Format bildet den Hintergrund des Geschehens auf der Eisfläche. Durch exzellente mediale Bespielung ändert er seine Gestalt, verwandelt sich in eine Tropfsteinhöhle oder einen prächtigen Fantasiegarten. Riesige Eiszapfen hängen von der Decke, die unterschiedlich beleuchtet ebenfalls sehr effektvoll sind. Die Filmlieblinge – Faultier Sid, Mammut Manni, Säbelzahntiger Diego und den Rest der Tierclique – nicht nur „in 3D“, sondern wahrhaft dreidimensional zu erleben, ist eindrucksvoll. Michael Curry, Figurendesigner u.a. für „König der Löwen“, hat bis in die Nebenfiguren – wie etwa ein extra-struppiges Eisbärenpaar – tolle Arbeit geleistet.

Stimmen ertönen pointiert und gut verständlich aus dem Off

Schwerfällig bewegen sich die zotteligen Mammut-Eltern, während Baby Peaches über das Eis zu schweben scheint. Alles wird von Menschen gesteuert, die unter den Fellen verborgen sind. Daneben sorgt ein Eistänzer-Ensemble mal als Schneeflocken, mal als Blütenwesen für Farbe und Aktion. Aber nicht ausschließlich auf dem Eis spielt sich die Handlung ab, sondern auch in der Luft. Die gefährlichen Urzeitvögel, gleichsam Peaches’ Entführer, schweben bis unter die Decke, und einmal gibt es eine großartige Artistikeinlage an Seilen.

Die Charaktere und die flapsigen Dialoge sind den Leinwandhelden nachempfunden. Ihre Stimmen ertönen pointiert und gut verständlich aus dem Off. Faultier Sid wird wie gewohnt von Otto Waalkes gesprochen, in bekannt nuschelnder Weise.

Die Macher der Show beherrschen ihr Metier. Sie hatten sowohl bei „Holiday on Ice“ als auch bei Inszenierungen des „Cirque du Soleil“ ihre Hände schon im Spiel. „Ice Age Live“ ist daraus eine gelungene Mischung. Für eingefleischte Fans der Kinohelden ebenso wie für Anhänger von Eis- und Varieté-Shows ein kurzweiliges Vergnügen.

Quelle: op-online.de

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