„Ein Hauch von Frühling“ in Komödie

Immer Ärger in bella Italia

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Alexander (Christopher Krieg) kann den Reizen von Alison (Barbara Kowa) nicht widerstehen.

In der Regie von Billy Wilder war „Avanti, Avanti“ mit Jack Lemmon ein Kinohit. Samuel Taylors Theaterversion „Ein Hauch von Frühling“ ist in der Komödie Frankfurt amüsant, aber weniger temporeich. Regisseur Manfred Langner hält sich eng ans Original, muss aber auf Postkartenidylle verzichten.

Alexander Ben Clairborne (Christopher Krieg) und seine zickige Ehefrau Diana (Esther Roling) sind nach Rom gereist, um die Leiche seines Vaters zu holen. Dabei haben sie nicht damit gerechnet, dass der Tote verschwunden und trotz der Bemühungen des schusseligen US-Botschafters John Wesley (Jens Hajek) nicht aufzutreiben ist: „Wir haben einen Beamten gefunden, der weiß, wo die Leiche Ihres Vaters ist. Das Problem ist nur: Wir wissen nicht, wo der Beamte ist!“ Dazu stellt sich heraus, dass der Industriemagnat im Beisein der Geliebten verschied. Diana hat die Nase voll von dem „vorsintflutlichen Land, in dem ein Aperitif schmeckt wie ein Abflussreiniger“, und lässt den Gatten sitzen.

Der bleibt nicht lange allein. Die fidele Alison Ames (Barbara Kowa), die sich als Tochter der toten Geliebten vorstellt, heftet sich an seine Fersen. Baldassare Pantaleone (Anas Ouriaghli), an eine Kreuzung aus Mafioso und Paparazzo erinnernder Fremdenführer, hilft ihnen zwar, ihre toten Eltern aufzutreiben, verfolgt aber eigene Interessen. So stürzt sich das Trio ins Nachtleben, das Unheil nimmt seinen Lauf. Baldo macht erst Alexander, dann Alison Avancen, die lieber selbst mit dem Amerikaner anbändelt. Es dauert nicht lange, bis er ihr verfällt. Das Schicksal der Eltern scheint sich zu wiederholen...

Ergebnis ist eine leichtfüßige, mit Wortwitz ausgestattete Komödie, die nicht so bissig ist wie der Film, aber Baldo viel Platz einräumt. So glänzt Ouriaghli als zwielichtiger Charmeur. Herzstück ist Kowa, die Alison fast Hepburnschen Esprit einhaucht. Wenn sie mit kokettem Augenaufschlag den prüden Alexander bezirzt oder im Brunnen einen sinnlichen Tanz à la Anita Ekberg aufführt, zählt das zu den Höhepunkten des äußerst kurzweiligen Abends. MAREN CORNILS

Auf dem Spielplan bis 16. Januar 2011

Quelle: op-online.de

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