Japans Filmschaffen auf einen Blick

Beatles-Fieber in Japan: Der Film „GS Wonderland“ blickt zurück.

Japanisches Beatles-Fieber Ende der Sechziger Jahre, das Leben eines verwitweten Samurai, erste sexuelle Erfahrungen Jugendlicher, Arbeitslosigkeit: Die Themen beim neunten Festival „Nippon Connection“ sind so vielseitig wie das japanische Kino selbst.

Vom 15. bis 19. April präsentieren die Veranstalter des weltweit größten Festivals für japanischen Film dem deutschen Publikum 150 Lang- und Kurzfilme, viele als Deutschland-, Europa- oder sogar Weltpremiere. In der vormals männlichen Domäne dominieren zunehmend junge weibliche Talente. Der Eröffnungsfilm „Tokyo Sonata“ stammt zwar vom männlichen Regisseur Kiyoshi Kurosawa, als Produzentin zeichnet aber Yukie Kito verantwortlich. Die Macherin anspruchsvoller Horror-Streifen wie „Reincarnation“ wird als einer von etwa 30 Gästen ihr Werk persönlich vorstellen. Vor „Tokyo Sonata“ läuft der Oscar-prämierte Animations-Kurzfilm „La Maison En Petits Cubes“.

Die Retrospektive widmet sich in diesem Jahr dem erotischen Genre des „Pink Film“, der nicht mit europäischen oder amerikanischen Produktionen dieser Gattung zu vergleichen ist. Von den Sechziger Jahren bis heute haben sich vor allem junge Talente in dieser Domäne ausprobiert, die mehr künstlerische Freiheiten in Bezug auf ästhetische Experimente oder politische Inhalte bot als in Japan üblich. Begleitet wird das Festival unter anderem von Gesprächen mit Filmemachern, Workshops und Sushi-Kochkursen.

Mit gerade mal 130 000 Euro Budget ist „Nippon Connection“ (http://www.nipponconnection.com) wohl das einzige Festival in dieser Größenordnung, das fast ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften auf die Beine gestellt wird. Ins Leben gerufen haben es 1999 die Filmwissenschafts-Studenten Marion Klomfaß und Holger Ziegler, die bis heute zu den Organisatoren gehören.

Veranstaltungsorte sind das Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim, das Kino „Orfeos Erben“, das Kino im Deutschen Filmmuseum sowie das Künstlerhaus Mousonturm. Karten für das Festival gibt es unter anderem in den Uni-Shops in Bockenheim und im Westend sowie über die Homepage, auf der auch das komplette Programm steht. KATRIN DIEL

Quelle: op-online.de

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