„Summer in the City“ bringt Jazz und Weltmusik an den Main

Saison der Hochkaräter

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Wenn das Wetter passt, ist die Reihe „Weltmusik im Palmengarten“ ein Genuss.

Frankfurt - Für die Freunde von Jazz und Weltmusik gibt es kein Sommerloch: Ende Juli beginnen unter dem Motto „Summer in the City“ die Reihen „Jazz im Museumspark“ und „Weltmusik im Palmengarten“. Von Detlef Kinsler

Die Veranstaltungen des vergangenen Sommers erzielten laut Martina Leitner, Geschäftsführerin des ausrichtenden Mousonturms, durchschnittlichen Besucherzuspruch im Vergleich mit den Jahren zuvor. Trotzdem lagen die Einnahmen von etwa 70 000 Euro „etwas über den Erwartungen“. Beide Konzertreihen sind dennoch defizitär, im vergangenen Jahr musste der Mousonturm aus seinem regulären Budget (die jährliche Zuwendung der Stadt beläuft sich auf 3,871 Millionen Euro) rund 10 000 Euro zuschießen.

Aus dem kanadischen Toronto stammt die Band Kobo Town, die Calypso mit Reggae und Dub anreichert.

Die Zukunft des Festivals ist alles andere als gesichert: Nachdem das Frankfurter Kulturamt in diesem Jahr schon um 20 Prozent auf 20 000 Euro gekürzt hat, wird es 2014 gar kein Geld mehr geben. Von der Stadt kommt die klare Botschaft: Bitte selber stemmen. Die Freunde & Förderer des Mousonturms e.V. (f.f.m) würden das nur allzu gern, schaffen es aber nicht allein. Also gilt es privatwirtschaftliche Sponsoren zu finden, um ein Aushängeschild der Stadt und Werbeträger für den Mousonturm über diesen Sommer hinaus zu sichern. „Aus derzeitiger Sicht können wir das Festival in der bekannten Form nicht weiterführen“, kommentiert Geschäftsführerin Leitner nüchtern.

Zwei Stars zu einem Preis

Dieter Ilg spielt mit Christof Lauer

Ob der Jazz und die Weltmusik in die Pläne des neuen Intendanten passen, das wird Matthias Pees, durchaus ein musikaffiner Mensch, erklären müssen, wenn er am 1. August die Nachfolge von Niels Ewerbeck antreten wird. Derweil freut sich Markus Gardian, der Musikkurator des Mousonturms, über seine Buchungen, denn es ist ihm wieder gelungen, einige Hochkaräter einzukaufen. So bringt Saxofonist Christof Lauer zur Eröffnung am 21. Juli den Top-Bassisten Dieter Ilg mit zur Matinee im Park des Museums für angewandte Kunst. Der hat mit Jazz-Interpretationen von Verdi- und Wagner-Motiven für Furore gesorgt. „Ihn wollte ich ohnehin auch verpflichten“, schwärmt Gardian. Zwei Stars zu einem Preis. Auch Kroke, die etwas andere Klezmer-Band aus Krakau, bringt einen Star aus der Heimat als Special Guest mit in den Palmengarten: Anna Maria Jopek. Sie wird mit den Landsleuten polnische Folksongs interessant interpretieren.

Innovation und Tradition im Einklang

Als absoluten Big Name konnte der norwegische Trompeter Nils Petter Molvær an den Main gelockt werden. „Als ich hörte, wen er am 1. August mitbringt, war ich vollkommen baff“, sagt Markus Gardian. Jan Bang gehört zu den Koryphäen des Live-Samplings, der Finne Vladislav Delay ist ein angesagter Electronica-Vertreter. Elektronik und Avantgarde, das passt für Gardian bestens zum Profil des Mousonturms. Das Trio tritt übrigens exklusiv in Frankfurt auf. „Und wie Brandt Brauer Frick im letzten Jahr erreicht diese Musik auch ein junges Publikum.“ Gardian setzt auf Innovation ohne die Tradition aus den Augen zu verlieren.

„Jazz in Museumspark“, vom 21. Juli bis 18. August, jeweils sonntags um 11 Uhr; Weltmusik im Palmengarten, 23. Juli bis 20.August, jeweils dienstags um 19.30 Uhr.

Quelle: op-online.de

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