Gefeierter Skandalkünstler

Meese ist der Mann fürs Grobe

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Jonathan Meese

Provozieren und schockieren - das liegt Jonathan Meese. Was der deutsch-britische Künstler malt, modelliert und inszeniert, ist Lichtjahre entfernt vom sogenannten guten Geschmack. Der gefeierte Skandalkünstler (42) schockiert sein Publikum und polarisiert die Kritiker.

Meese, der schon mal als „kultureller Exorzist“ beschrieben wird, wird das Publikum auf dem Grünen Hügel gewiss nicht schonen. Mit Parsifal hat er sich bereits beschäftigt. Er stellte einen drehbaren „Parzivalkopf“, einen Schädel Richard Wagners, für seine Performance „Jonathan Meese ist Mutter Parzival“ her. Eine Opernregie hat Meese bisher noch nicht geliefert. 2007 inszenierte er eine wirre Performance „Die Frau - Das Erzmanifest der Vorrevolution“ an der Berliner Volksbühne.

Für Frank Castorf betätigte er sich als Bühnenbildner. Wüst ist auch die Bilder- und Skulpturenwelt Meeses, die von maskierten Gestalten, außerplanetarischen Kriegern, Totenköpfen und erigierten Penissen bevölkert wird. In seinen Werken beschäftigt er sich mit Diktatoren von Hitler und Stalin bis Pol Pot, er selbst hat die „Diktatur der Kunst“ ausgerufen. „Missverständnis des Feuilletons“ nennen manche Kritiker den Starkünstler. Andere schätzen den exzessiven Provokateur.

Geboren wurde Meese 1970 in Tokio. Seine Mutter stammte aus Deutschland, der Vater aus Großbritannien. Mit Kunst beschäftigt er sich eigenen Angaben zufolge erst seit seinem 21. Lebensjahr. „Ich kann doch als Mensch wahnsinnig freundlich sein und trotzdem in der Kunst die brutalsten, vielleicht menschenfeindlichsten Werke produzieren“, sagte Meese 2006 über sich selbst.

dpa

Quelle: op-online.de

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