Kabarett als zauberhafte Wundertüte

Hätte er als Siebenjähriger nicht diesen Unfall mit einem Tablett voller Apfelsaftschorle gehabt, wer weiß, ob Ken Bardowick seinen Lebensunterhalt als Kabarettist verdienen würde. So aber verunglückte er, rettete sich mit einem Witz aus der prekären Situation und entschied sich später für die Bühne.

Mit Gags allein freilich unterhält der Halbbrite, der aus eigener Erfahrung weiß, wie sich Ausländerfeindlichkeit innerhalb des eigenen Körpers anfühlt – „Ist die linke Hälfte meines Körpers englisch? Und wenn ja, ist das dann die minderwertige Seite?“ – sein Publikum nicht.

„Ich lüge Dich“, das zweite Programm des Wahlkölners – zu sehen in der „Käs“ – ist eine nicht immer stimmige Mischung aus Zaubershow, Comedy und Kabarett, gespickt mit allerlei pseudophilosophischen Passagen, in denen Bardowick über die Parallelen zwischen Menschen und Ameisen oder Rollkoffern und Freundinnen sinniert. Das ist nicht immer witzig, aber leidlich unterhaltsam und lebt im Wesentlichen von Bardowicks jungenhaftem Charme: „Mein Vater sagt immer, ich hätte meinen Humor von meiner Mutter geerbt. Er hätte seinen noch.“

Dazwischen durchlöchert Bardowick Luftballon und Arm mit einer Nadel, verwandelt Löffel in Gabeln, zaubert einen Zwei-Minuten-Tee und erzählt mit Hilfe von Knetmännchen die „Erschöpfungsgeschichte“. Das reicht nicht für zwei Stunden, zeugt aber von Einfallsreichtum. MAREN CORNILS

Quelle: op-online.de

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