Katalysator und Motor in hiesiger Kunstszene

Als Katalysator für künstlerische Strömungen und Motor der konzeptionellen Integration versteht Holger Kube Ventura den Frankfurter Kunstverein. Der gebürtige Dreieicher übernimmt zum 1. April die Leitung des Hauses und tritt damit die Nachfolge von Chus Martínez an, die im Juli vergangenen Jahres als Chefkuratorin an das Museu d’Art Contemporani de Barcelona wechselte.

Kube Ventura arbeitete bislang als Programm- und Projektkoordinator bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle, zuvor war er Direktor der Werkleitz Gesellschaft in Sachsen-Anhalt und Kurator des Kasseler Kunstvereins. „Ich sehe mich als Allrounder“, sagte er gestern anlässlich seiner Vorstellung im Steinernen Haus am Römerberg, dem Sitz des Frankfurter Kunstvereins. „Ich kenne Kunst aus unterschiedlichen Perspektiven – als Kurator, Kunstwissenschaftler, Vermittler und Fundraiser.“

Der neue Direktor will den Kunstverein in zwei Richtungen weiterentwickeln: Einerseits schwebt ihm eine stärkere internationale Ausrichtung der Ausstellungen vor, die das Haus bundesweit positionieren und zielgerichtet Besucher nach Frankfurt locken soll. Andererseits möchte Kube Ventura den Kunstverein noch fester in der lokalen Szene verankern und zu einem „Spielplatz“ der Kreativen der Stadt machen.

So plant der neue Leiter, pro Jahr ein bis zwei thematisch gebundene Hauptprojekte zu realisieren, die Referenzen zum internationalen Kunstbetrieb herstellen und in aktuelle Entwicklungen eingreifen. Mit Schwerpunkten zum Selbstbild von Künstlern als freie Unternehmer, zur Diskussion bestimmter Kunstbegriffe und zur Entwicklung der Destruktionskunst hat Kube Ventura bereits einige Ideen entwickelt, die dem Frankfurter Kunstverein demnächst überregionale Aufmerksamkeit sichern sollen.

In der städtischen Kunstszene sieht er den Verein hingegen als Vermittler der Institutionen, freien Gruppen und Galerien, als Schnittstelle zwischen Ausstellungshäusern und Kreativen. „Der Verein muss ein einfach zugänglicher Raum sein“, sagte Kube Ventura. „Ich werde auf alle Akteure zugehen und Kooperationen aufbauen.“ So begreife er den Kunstverein auch als Motor für eine umfassende Frankfurter Kunstschau, die in der Zukunft einmal die gesamte künstlerische Bandbreite der Stadt zeigen könnte.

Auf keinen Fall dürfe man sich konzeptionell einengen oder den Fokus allein auf Kunst-Nischen richten. „Ich werde den breiten thematischen und stilistischen Ansatz meiner Vorgängerin Chus Martínez beibehalten“, versprach Kube Ventura. „Der Kunstverein soll auch in Zukunft Raum für so unterschiedliche Veranstaltungen wie Künstlergespräche, Film-Screenings, Performances und Konzerte bieten.“ DENIS DÜTTMANN

Quelle: op-online.de

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