Kein Konzept, aber Mission

Der Deutsche lästert traditionell über den „Aussie“ und der Österreicher genüsslich über den „Piefke“. Nicht so bei Dirk Stermann und Christoph Grissemann: Von Maren Collins

Das deutsch-österreichische Klamauk-Gespann, das in Österreich die Kultsendung „Willkommen Österreich“ und die Radio-Satire „Salon Helga“ präsentiert, albert munter Seite an Seite.

Der kleine bissige Österreicher und der bärige Duisburger haben kein wirkliches Konzept, dafür aber einen durchaus vergnüglichen Auftrag: ihr Publikum mit abgründigem und nah an der Geschmacksgrenze angesiedeltem Humor zu unterhalten. Das gelingt im Neuen Theater Höchst mal mehr, mal weniger gut.

Während die erste Hälfte des Abends, in der sich Grissemann als Kette rauchende Volkshochschulleiterin und Stermann als Ausdruckstanzlehrer mit mancher gut überspielten Panne dahinplätschert, legt Teil zwei an Tempo zu. Als Führerdouble geben sich die Bühnenchaoten in einer dubiosen Koch-Show die Ehre, lesen aus abgedrehten Tagebüchern vor und rätseln in einer komatösen Talkrunde über „Den Paradigmenwechsel beim Verzehr von Pistazien eis in der Postmoderne“.

An einem Sinn fürs Abgründige mangelt es dem Duo nicht. Den beiden gebührt schon dafür Respekt, dass sie sich ohne Rücksicht auf Verluste mit ihrem garantiert nicht massentauglichen Programm auf die Bühne wagen und darauf bauen, dass hanebüchener Humor ansteckend wirkt. Und das tut er erstaunlicherweise!

Quelle: op-online.de

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