Corinna Fröhling führt Kreisjugendorchester

Klangkörper mit hoher Bindungskraft

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Corinna Fröhling freut sich auf die Probenwoche.

Offenbach - Am Wochenende ist Koffer packen angesagt: Das Kreisjugendorchester des Kreises Offenbach (KJO) geht in seine entscheidende Projektphase. Von Carsten Müller 

Von Montag bis Donnerstag nächster Woche bereiten sich die etwa sechzig jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Dirigentin Gabriele Wegner in der Jugendherberge von Ernsthofen auf ihre anstehenden Konzerte in Dietzenbach und Hainstadt vor. Für viele Kinder und Jugendliche, die erstmals in das Auswahlorchester berufen wurden, ist die Teilnahme an der Probenwoche im südlichen Odenwald eine Premiere. Das gilt auch für Corinna Fröhling, die im April ihr neues Amt als Geschäftsführerin des KJO angetreten hat.

Seither hält die 26-Jährige organisatorisch die Zügel in der Hand, In enger Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Trägervereins, Thomas Peter-Horas. „Ich bin froh, diesen Rückhalt zu haben“, sagt die gebürtige Frankfurterin, die nach dem Abitur eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau absolvierte und danach ein Studium der Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Germanistik begonnen hat. „Ich finde es schön und spannend mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, freut sich Fröhling. In der Planungsphase habe sie vorwiegend mit den Eltern zu tun, „da geht es meist um organisatorische Dinge wie die Notenbeschaffung“, nun ist sie mittendrin. Auch instrumental, denn die bei der Frankfurter Bläserphilharmonie engagierte Klarinettistin probt mit „ihrem“ Orchester.

Aufgewachsen in einer musikbegeisterten Familie

Auf dem Programm unter dem Titel „Festmusik“ stehen Georg Friedrich Händels Concerto Grosso op.6 Nr.1 für Streichorchester sowie vier der „10 Märsche, um den Sieg zu verfehlen“ für Bläser und Schlagzeug von Maurizio Kagel. In großer Orchesterbesetzung werden Richard Wagners „Rienzi“-Ouvertüre sowie Auszüge aus Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ op. 39 einstudiert, ebenso drei der volksliedhaften „Six Chinese Encore Pieces“ des chinesischen Komponisten Shi Li, die als europäische Erstaufführung angekündigt sind. Aufgewachsen ist Corinna Fröhling in einer musikbegeisterten Familie. Der Opa spielte Klavier, die Schwester Harfe, ihre Mutter Fagott. Entsprechend viele Konzertbesuche prägten die Waldorf-Schülerin, die mit sechs Jahren Geige lernte und als Dreizehnjährige auf Klarinette umstieg.

„Für die Jugendlichen ist das Kreisjugendorchester eine willkommene Gelegenheit, auf einer Ebene unterhalb des Landesjugendorchesters miteinander zu musizieren“, sagt Fröhling. Zusammengestellt wird das Orchester auf Empfehlung der im Kreis Offenbach tätigen Musikschulleiter, die im Vorstand des Trägervereins vertreten sind und sich dort intensiv austauschen. Sie waren es auch, die 2008 den Anstoß für die Gründung des KJO gaben und dabei auf die Sparkasse Langen-Seligenstadt sowie der Stiftung „miteinander leben“ bauen konnten. Das KJO wird vom Landkreis gefördert. Es gebe zwar eine relativ hohe Fluktuation, aber auch viel Beständigkeit in den Reihen des KJO. Man kenne sich, pflege Freundschaften, arbeite mit erstaunlicher Professionalität zusammen. „Wir haben gestandene Musiker dabei, die schon an Konservatorien studieren, sich aber immer noch gern an den Aktivitäten des KJO beteiligen“, berichtet Corinna Fröhling.

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Das Kreisjugendorchester gastiert am 31. Oktober im Dietzenbacher Kreishaus (19 Uhr) sowie am 2. November in der Halle der Spvgg. Hainstadt (17 Uhr). Der Eintritt ist frei.

Die gemeinsamen Vorhaben beschränken sich mittlerweile nicht allein auf das Jahresprojekt mit Verständigungsprobe, Arbeitsphase und Konzerten. Mittlerweile absolvieren die KJO-Musiker verschiedene Auftritte in kleineren Ensembles oder in Kammerbesetzung. Und mancher, der die Altersgrenze von 24 Jahren erreicht hat und sich nicht vom KJO trennen kann, bleibt als Betreuer an Bord. Der jüngste Mitfahrer, ein Geiger, zählt gerade einmal neun Jahre.

Die frisch gebackene Geschäftsführerin freut sich auf die Woche „mit einer großen Gruppe Jugendlicher dieser weiten Altersspanne“. Dass Corinna Fröhling gern unter Menschen ist, verraten schon die Lieblingsorte ihrer Heimatstadt, zu denen unbedingt der Wochenmarkt auf dem Friedberger Platz zählt, aber auch der Opernplatz „mit seinem schönen Brunnen“. Dessen Anblick genießt sie regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit. Als Inspizientin der Frankfurter Alten Oper führt sie hinter den Kulissen Regie, sorgt dafür, dass auch während der Veranstaltungen in Frankfurts Musentempel alles glatt läuft.

Quelle: op-online.de

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