Köln in Flammen

Die Mittelalter-Rockcombo In Extremo räumten im vergangenen Jahr richtig ab. Nicht nur, dass ihr Album „Sängerkrieg“ von 0 auf Platz 1 in die deutschen Charts kletterte, auch die darauffolgende Tour brach alle Rekorde. Vor allem die Fans feierten ihre Helden in ausverkauften Häusern. Da ergibt es sich von selbst, dass die sieben Rocker diese Tour in Bild und Ton für die Ewigkeit festhalten möchten.  Von Holger Strehl

Mit dem Titel „Am goldenen Rhein“ bieten die Herren eine geniale Live-DVD. Feuerwerk und Pyrotechnik gehören zu einem guten In Extremo Konzert wie Sackpfeifen und Schalmai. Auf der letzt jährigen Tour räumten die sieben Altrocker mächtig ab. Nachdem ihr letztes Album „Sängerkrieg“ das erfolgreichste der bisherigen Karriere darstellte, setzte die Tour noch einen oben drauf. Frenetisch gefeiert gaben In Extremo bei jedem Konzert alles - und das zahlte sich aus. Unter großem Beifall und unter mitreißenden Fanchören boten Micha, das Letzte Einhorn und die übrigen Spielmannsleute ein Feuerwerk in audio-visueller Form.

In Extremo im Web: http://www.inextremo.de

Für die aktuelle Live-DVD „Am GoldenenRhein“ wählte In Extremo das Konzert in Köln aus, um die Tour als Zeitdokument zu verewigen. Wie es sich heutzutage schickt, gibt es für die treusten Fans selbstverständlich auch eine Deluxe-Edition mit einer Doppel-CD, auf welcher das komplette Konzert nochmals als reine Audiovariante enthalten ist.

Die DVD zeigt nicht nur das komplette Konzert und vermittelt eindrucksvoll die glänzende Stimmung und brodelnde Atmosphäre. In einer interessanten Dokumentation gewähren In Extremo Einblicke in ganz private Bereiche und Situationen, die außerhalb der Öffentlichkeit stattfanden. Bilder aus dem Tourbus, Albernheiten zwischen den Auftritten und Einblicke in das Bandleben direkt nach dem Auftritt wartet auf den geneigten Zuseher. Und als Abrundung des Ganzen gibt es als Bonus noch sämtliche Videoclips der Band.

Somit ist „Am Goldenen Rhein“ mehr als nur eine Konzertwiedergabe auf DVD, sondern eher ein Geschenk und ein Souvenir an die Fans, die die Band nun seit stolzen zwölf Jahren begleiten und unterstützen - und dorthin brachten, wo sie heute stehen: ganz oben am deutschen Rock-Olymp.

Ein Blick in die Vergangenheit...

Die Idee zu einer Historienrockband wie In Extremo stammte von Micha Rhein. In den wilden Jahren direkt nach der Wende verdiente er als Gaukler nicht schlecht auf Mittelaltermärkten. Hier traf er Spielmänner wie Marco, die uraltes Liedgut ausgegraben hatten. „Da bekam ich die Idee, alte Lieder und Texte mit Rock zu kombinieren“, sagt Rhein. Auch der Name In Extremo (lateinisch für „zu guter letzt“ und „in Vollendung“) stammt vom Mann mit dem Raspelbass. Im Frühjahr 1996 kam es zur ersten Aufnahme-Session, während der das legendäre „Ai Vis Lo Lop“ neu interpretiert wurde. Anfangs bestanden In Extremo aus einer Mittelalter- und einer Rock-Fraktion, die sowohl zusammen als auch getrennt auftraten. 1997 entstand die Akustik-CD „In Extremo“ auf der beide Fraktionen zusammen rockten.

Das erste In Extremo-Rockkonzert fand am 29.3.1997 vor tausend Leuten auf dem Leipziger Rathausmarkt statt. Damals trugen die Mitglieder silberne Kosmonautenanzüge, bescheidener Anfang einer Show, die immer spektakulärer und aufwändiger wurde und inzwischen fester Bestandteil ihrer Tourneen ist. Ein Jahr später folgte die zweite Akustik-CD „Hameln“ und das erste Rockalbum „Weckt die Toten“, ein Weckruf auch für die Medien, der massenweise kontroverser Reaktionen provozierte. „Verehrt und Angespien“ (1999) erreichte bereits Platz 11 der deutschen Charts, „Sünder ohne Zügel“ (2001) stieg auf Platz 10 ein. 2003 erschien „7“, das sich auf 3 platzieren konnte und später mit Gold ausgezeichnet wurde. Das achte Album „Mein rasend Herz“ (2005) erreichte aufs Neue Platz 3, außerdem wurde ihre DVD „Raue Spree“ (2006, Platz 4) ebenfalls mit Gold prämiert.

Ihr letztes Studioalbum „Sängerkrieg“ stieg im Frühjahr erstmals direkt auf Platz 1 der Charts ein und sicherte In Extremo einen Platz am deutschen Rock-Olymp.

Die komplette Bandhistorie gibt es ausführlich als gelungen Dokumentation auf der Bonus-DVD des neusten Streichs der Spielleute zu bestaunen - ein echter, zusätzlicher Kaufanreiz. Sowohl die Fans als auch Neueinsteiger werden sich über dieses audio-visuelle Werk freuen.

Diskographie:

Sängerkrieg - Akustik Radio-Show (2008)

Sängerkrieg (2008)

Kein Blick Zurück - Best Of (2006)

Raue Spree - Live (2006)

Mein Rasend Herz (2005)

7 (2003)

In Extremo Live 2002 (2002)

Sünder Ohne Zügel (2001)

Verehrt Und Angespien (1999)

Die Verrückten Sind In Der Stadt - Live (1998)

Hameln - akustisch (1998)

Weckt Die Toten! (1988)

In Extremo Gold - akustisch (1997)

Tracklisting DVD:

1. Des Sängers Einzug

2. Sieben Köche

3. Frei zu sein

4. Liam

5. Hiemali Tempore

6. Sängerkrieg

7. Nymphenzeit

8. Ave Maria

9. Spielmannsfluch

10. Poc Vecem

11. Vollmond

12. En Esta Noche

13. Ai Vis Lo Lop

14. Zauberspruch

15. In diesem Licht

16. Flaschenpost

17. Mein rasend Herz

18. Mein Sehnen

19. Omnia Sol Temperat

20. Auf's Leben

21. Küss mich

22. Krummavisur

23. Wind

24. Villemann Og Magnhild

Quelle: op-online.de

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