Sesshaft

Wer in Bayreuth den „Parsifal“ ausgesessen hat, kennt Wagners Devise: Alles für die Musik, nichts fürs Hinterteil. Entsprechend gibt es nicht nur inszenatorische Härten im schon historischen Festspielhaus, auch die Sitzplätze haben antiken Komfort. Von Klaus Ackermann

Am Grünen Hügel hat die elegante Welt das Problem modisch gelöst. Auffällig sind die vielen mehr oder minder originellen Sitzkissen. Da gibt es Objekte, die vom Taschendesigner entworfen sein könnten. Es passen zur Not Zahnbürste und Kreditkarte rein. Der eingefleischte Wagnerianer trägt einen Heroinen-Aufdruck spazieren. Der trinkt sicher sein Bier auch aus einem Humpen, den Tannhäuser ziert. Selbst als Werbefläche ist die Unterlage wohl gelitten, zudem gern als Rippenschoner benutzt. Es lässt darauf schließen, das Publikum hat’s mehr am Rücken als am Steiß.

Wir wissen zwar nicht, was die erklärte Wagner-Verehrerin Angela Merkel für ein Sitzkissen ihr eigen nennt, doch am Nachmittag der „Parsifal“-Wiederaufnahme zierte eine „Burger King“-Krone die Hutablage ihres Audis, der immer so auffällig unauffällig von Security-Siegfrieden bewacht vor dem Festspielhaus parkt. Es passt zu unserer Kanzlerin, die nicht nur bei Fleischklopsen global denkt, aber auch eine Königskrone in der Hinterhand hat. Und heute fährt sie nach Salzburg, zu den Festspielen ….

Quelle: op-online.de

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