Kinder auf Entdeckungsreise

Frankfurt - Gemeinsam mit Piraten, Gespenstern und Hexen musikalische Abenteuer erleben – diese Möglichkeit bietet die Alte Oper mit „Pegasus“ bereits Kindern im Krabbelalter. Von Sabrina Kristen 

Das Programm ist für Kinder, Jugendliche sowie Familien gedacht und hat sich nach zwei Spielzeiten als eigenständige Sparte des Frankfurter Konzerthauses etabliert. Mit der Reihe „Entdecker“ lernen Kinder bis drei Jahren die magische Wirkung von Musik kennen. Durch Mitsingen, Tanzen und freie Bewegung im Raum erhalten die Kleinsten dort den ersten Kontakt mit sanften Melodien. Die Konzerte „Rabauken und Trompeten“ sind für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren gedacht. Wie verschiedene Orchesterinstrumente klingen, können die Kleinen im Kindergartenalter in insgesamt vier Konzerten erfahren.

„Das Programm Pegasus ist nicht nur eine besondere Sache für die Stadt Frankfurt, sondern für die gesamte Region“, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. Wegen der großen Nachfrage haben die Veranstalter das Programm für die kommende Saison erweitert: 93 Eigenproduktionen und 14 Kooperationsprojekte gibt es für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahren.

„Mit Pegasus zeigt die Alte Oper, dass sie ein Haus für alle Generationen und Bevölkerungsschichten ist“, findet Felix Semmelroth, Frankfurts Kulturdezernent. Die Veranstaltungen gibt es aber nicht nur im Konzerthaus selbst, sondern auch in einzelnen Stadtteilen und in der Region. So stehen neue Spielstätten unter anderem in Bergen-Enkheim, Bonames, Hofheim und Friedrichsdorf fest. „Auf diese Weise sollen auch Kinder aus bildungsfernen Familien Zugang zur Musik finden, für die der Weg in die Innenstadt umständlich wäre“, so Feldmann. Bereits 14 Termine außerhalb der Alten Oper stehen für Familien und Kindergärten bis zum Jahresende fest.

Neben Konzerten bietet Pegasus auch diverse Workshops für Jugendliche an Frankfurter Schulen. Dort setzen sich die Schüler im Alter von zehn bis 18 Jahren auf intensive Weise mit Werken auseinander, die auf dem Spielplan der Alten Oper stehen – und das sowohl mit klassischer als auch mit zeitgenössischer Musik. Erstmals beteiligen sich in der kommenden Spielzeit auch das Deutsche Filmmuseum sowie die Hochschule für Darstellende Kunst Frankfurt als Kooperationspartner. Neben den Räumlichkeiten stellen sie technische Geräte und Experten zur Verfügung.

So können sich Jugendliche beim Workshop im Deutschen Filmmuseum mit der Technik des Zeichentrickfilms auseinandersetzen. Danach gilt es, die passenden Klänge zur musikalischen Untermalung zu finden. Den Abschluss des Workshops bildet ein Konzertbesuch in der Alten Oper, in dem die Teilnehmer zum ersten Mal ihren Film zusammen mit der Musik live erleben. „Die Kinder und Jugendlichen sollen erfahren, dass es etwas anderes gibt als den Computerbildschirm oder Fernseher, die immer da sind. Die Auseinandersetzung mit Musik ist mindestens genauso spannend“, sagt Semmelroth.

Die frühkindliche musikalische Erziehung kommt an – das zeigt der große Erfolg der Konzertreihe: In der vergangenen Spielzeit erreichte sie mehr als 28 000 Besucher, und nahezu jede Veranstaltung war ausverkauft. „Im Jahr 2013 haben wir innerhalb zwei Stunden bereits 3 000 Tickets verkauft – Interessierte müssen deshalb schnell sein“, betont Tobias Henn, der die Veranstaltungsreihe leitet.

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Quelle: op-online.de

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