Kreatives Netzwerk der besonderen Art

Offenbach - Das Künstlernetzwerk Atelierhaus B71 an der Bettinastraße 71 zeigt Zusammenhalt. Von Reinhold Gries

Künstlerinnen wie Ina Juretzek, Andrea Blumör, Barbara Boeker und Irina Balandina sorgen im Hinterhofhaus für Stabilität des Frauenbundes, in dem sich auch Männer wie Hayko Spittel wohlfühlen. Das basisdemokratische Gesamtbild verkörpern Organisatorinnen wie Christine Wagner oder Marilena Faraci Stangier.

Dieses Beziehungsgeflecht findet im Gemeinschaftsprojekt zu den Offenbacher Kunstansichten seine Visualisierung. Durch den 250 Quadratmeter großen Raum haben sechs Künstlerinnen Seile gespannt. Darin sind Auto-Ventilator, Seilskizzen, Häkelgeflecht und Objekte eingesponnen. Beim Rundgang leiten Seile zum Nachbarhaus oder über Treppen in alle beteiligten Ateliers.

„Durchs Haus führende Schnüre dienen als roter Faden für die Besucher, die alles wahrnehmen sollen, was getan wird“, wünscht sich Bildhauerin Boeker. Manche sind in ihrem Atelier hängengeblieben und kaum bis ins Obergeschoss vorgedrungen.

Das ist nötig, um Querungen, Kreuzungen, Gabelungen und Knotenpunkte zu erkennen. Im Gemeinschaftsraum steigt am 13. Mai eine Performance. Ina Juretzek und Andrea Blumör erläutern: „Wir nähern uns in Stille von verschiedenen Ecken des Raums. Wortlos stellen wir Verbindungen her, entwickeln Bewegungen.“

Stangier demonstriert malerische Freiheit

Dass B71 Platz für Ideen, Experimente und Qualität bietet, sehen Besucher in den Ateliers: Marilena Stangier überrascht mit malerischer Freiheit. Arbeiten auf Papier bezaubern durch abstrakte Expression wie duftige, nuancierte Farbenspiele. Nach einer Mutterschaftspause ist Dorit Börner wieder voll eingestiegen. Ihre auf fotografierten Schnappschüssen und Alltagsszenen beruhenden figurativen Gemälde spielen mit Perspektive, An- und Ausschnitten in sonnendurchflutetem Kolorit. Christine Wagner hat Maler der Künstlergruppe BaZtille aus Zoetermeer bei Den Haag eingeladen, die neben Wagners Tokio-Bildern ihre Malerei zeigen. Fotografin Jutta Hilscher hat unter die Decke einen fotografischen „Himmel über mir“ zum Netz gespannt. Darunter gefallen Fotos zur Insel Reichenau, dem englischen Devon, den Niederlanden und der Bergstraße. Dass Platz für ungewöhnliche Nischen da ist, beweist Brigitte Janiks märchenhaftes Zinnfigurenkabinett.

„Netzwerke“, Atelierhaus B71, Bettinastraße 71, Offenbach. Performance: 13. Mai, 19.30 Uhr.

Rundgang und offene Ateliers: 14. Mai, 15 bis 21 Uhr; 15. Mai, 12 bis 20 Uhr

Quelle: op-online.de

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