Stadtgrenzen überwunden

„Ziego“ von Krisztina Meggyesy

Offenbach - Dass Kooperationen Früchte tragen können, zeigt eine neue Ausstellung in der „Galerie Salon 13“ des Bundes Offenbacher Künstler. Darin sind denkbar unterschiedliche Positionen versammelt. Von Eugen El 

Nicola Reinitzers gemalte „Spiegelbilder“ zeigen das grimassenhaft verzerrte Antlitz der jungen Künstlerin. Sie entbehren nicht einer gewissen Krassheit. Diese Selbsterforschung liegt bereits einige Jahre zurück. Etwas aktueller sind die kinetischen Objekte Krisztina Meggyesys, Absolventin der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Menschliche Figuren mit Tierköpfen sind ebenso zu sehen wie ein kopfloser Kriegsinvalide, bei dem man sich an die radikale Gesellschaftskritik der Dadaisten erinnert fühlt. Die Objekte sind im besten Sinne grotesk, doch manchmal auch plakativ.

Die wohl stärkste Arbeit in der Ausstellung ist eine Fotoserie, die 2012 in Kooperation zwischen Meggyesy und Reinitzer entstanden ist. Die Aufnahmen zeigen eine junge Frau in einem subtil ausgeleuchteten Innenraum. Hier gelingt es den Künstlerinnen, malerisches Wissen ins Medium der Fotografie zu übertragen. Sie erzeugen eine Spannung, die jedes gute Kunstwerk auszeichnet.

Bis 23. Februar in der Galerie Salon 13, Kaiserstraße 13, Offenbach. Geöffnet: Mittwoch 17-20 Uhr, Sonntag 15-18 Uhr

Überdies sind neue Zeichnungen des Frankfurter Künstlers Vládmir Combre de Sena zu sehen. Es handelt sich um Tattoo-Entwürfe, die über ihren Gebrauchswert nicht hinausgehen. Daran zeigt sich abermals, dass es manchmal besser ist, die eigenen kreativen Kräfte anders einzusetzen. Am Eröffnungsabend fand denn auch eine Performance statt. Meggyesy und Reinitzer haben als „Bélas Töchter“ einige Auftritte hinter sich. Mit der Unterstützung von Vládmir Combre de Sena erforschten sie abermals die Grenzen des guten Geschmacks. Die Kostüme der „Vladi und die blutenden Hörner“ betitelten Performance sind Teil der Ausstellung.

Auch wenn nicht alle Werke überzeugen, so zeigen sie dennoch einen offenen Suchprozess. Dass auch Institutionen von Kooperationen profitieren können, ist eine weitere Erkenntnis der Schau. Die Kooperation des Frankfurter Ausstellungsraums „Eulengasse“ mit dem „Salon 13“ wird fortgesetzt.

Quelle: op-online.de

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