Die Liebe springt im Dreieck

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Honor (Krista Posch) und George (Max Volkert Martens) sind entzweit.

Frankfurt - Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu und komisch: Gut erhaltener älterer Herr verliebt sich halb so alte Frau und verlässt dafür die attraktive Gattin, mit der er 32 Jahre lang ein funktionierendes Gespann gebildet hat. „In allen Ehren“ läuft bis 6.Juni am Fritz-Rémond-Theater am Frankfurter Zoo. Von Markus Terharn

Die Australierin Joanna Murray-Smith hat daraus ihr Stück „In allen Ehren“ war jetzt im gestrickt, das seit 15 Jahren in mehr als 40 Ländern erfolgreich auf die Bretter kam – so wie jetzt im Fritz-Rémond-Theater am Frankfurter Zoo.

Diese wenig originelle Konstellation gewinnt dadurch an Witz, dass sie in Autorenkreisen angesiedelt ist: Die verlassene Honor war gefeierte Lyrikerin, der treulose George ist erfolgreicher Journalist, die verführerische Claudia eine Kollegin, die über ihn schreiben soll. Das befähigt alle, ihren Emotionen wortmächtig Ausdruck zu verleihen.

TV-Star Krista Posch als Betrogene

Pia Hänggis differenzierte Personenführung bewahrt die Inszenierung davor, zum bloßen Bonmot-Austausch in Oscar-Wilde-Manier zu verkommen. Und die Regisseurin hat dafür die passenden Darsteller: In den Zwiegesprächen profiliert sich TV-Star Krista Posch als Betrogene, anrührend in ihrer Verletztheit und doch rasch auf der Suche nach frischem Selbstbewusstsein. Als der Mann zwischen zwei Frauen windet sich Max Volkert Martens überzeugend, macht seine Motive glaubhaft und schafft es, nicht unsympathisch zu wirken.

„In allen Ehren“ am Zoo ist Auf dem Spielplan bis 6. Juni. Alle Termine und Zeiten auf der Homepage des Fritz-Rémond-Theaters.

Martina Schütze lässt den Charakter der ehrgeizigen Reporterin etwas in der Schwebe; offen bleibt, ob sie aus Liebe oder aus Berechnung handelt. Als Tochter Sophie, kaum jünger als die Gespielin ihres Vaters, verdeutlicht Anna Kretschmer das Konfliktpotenzial. So modern wie der Umgang mit dieser altmodischen Verwirrung der Gefühle ist auch das Bühnenbild. Vor eine bauhausrote Wand mit wenigen Öffnungen hat Barbara Kaes bohrer lediglich zwei Marcel-Breuer-Freischwinger gestellt, die sich so variabel zueinander gruppieren lassen wie die Figuren in Annemarie Riecks eleganten Kostümen. Das Ergebnis ist Boulevard im besten Sinn!

Quelle: op-online.de

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