Der kompakte Tod

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Drei Frankfurter Jedermänner: Ralf Bauer, Wolfgang Kaus und Helmut Markwort freuen sich auf die Premiere im Sommer.

Frankfurt - „Ich habe Angst, dass die Leute keine Angst vor mir haben“, sagt der „Tod“. Dann lacht er, der kleine, sympathische Mann mit Bauchansatz und buschigen Augenbrauen. Von Kathrin Rosendorff

„Focus“-Chef Helmut Markwort (73) spielt die Rolle in „Der hessische Jedermann“, dem Freilichtstück des Volkstheater Frankfurt, das am 17. Juli im Historischen Garten vor dem Dom Premiere hat. Zehn Aufführungen gibt es, der Vorverkauf läuft. Es ist nicht die erste Rolle für Markwort. Der gebürtige Darmstädter wirkt in seiner Heimatstadt im „Datterich“ mit. „Klar kam die Frage auf, ob Herr Markwort nicht ein bisschen zu kompakt für die Rolle sei. Aber ich will einen Tod haben, mit dem man noch reden kann“, sagt Regisseur Wolfgang Kaus grinsend. „Mr. Volkstheater“ feiert in diesem Jahr nicht nur seinen 75. Geburtstag, sondern auch sein 50. Bühnenjubiläum.

Der Grundidee Hugo von Hofmannsthals folgend, lehnt Kaus sein Stück an die fränkische Version von Fitzgerald Kusz an. „Der ist ein bisschen näher an der Jetzt-Zeit.“ Ob der Jedermann im historischen Gewand oder eher als Banker im Armani-Anzug auftritt, steht noch nicht fest.

Mit Mundart hat Markwort kein Problem

Natürlich babbelt er Hessisch: Titelheld ist Ralf Bauer (43), der immer noch seinen Surfboy-Teint aus der Fernsehserie „Gegen den Wind“ pflegt und an der Sonnenbrille knabbert. Kaus hatte ihn 1999 in einer Talkshow gesehen und als seinen „Urfaust“ entdeckt. Bauer war auch schon sein „Romeo“ Jetzt wird er als 40-jähriger, reicher „Jedermann“ vom Tod abgeholt, ein Auftrag Gottes, der sich ärgert, dass die Menschen sich irdischen Genüssen hingeben. Im schwarzen Pulli erklärt Bauer: „Also, wenn der Tod morgen vor meiner Tür stehen würde, müsste ich nicht auf Krücken gehen. Mein gutes Gewissen würde überwiegen“, sagt er und lächelt: „Es gibt nur ein paar schwarze Flecken in meinem Gewissen.“

Die Rolle der Buhlschaft übernimmt Alexandra Seefisch (34), bekannt als „Betty“ aus der ZDF-Serie „Alisa - Folge deinem Herzen“. Obwohl in Lich geboren und in Frankfurt lebend, kann sie „Hessisch nur bedingt“. „Aber Wolfgang Kaus wird schon das hessische Mädchen aus mir rausholen“, sagt Seefisch und zwinkert dem Regisseur zu. Mit Mundart hat Markwort kein Problem, auch nicht mit seinem Dienstplan. Für seine Zeit als „Tod“ wird er sich in Frankfurt eine Wohnung mieten. „Und tagsüber werde ich in unserem Frankfurter Büro an der Alten Oper arbeiten.“

Quelle: op-online.de

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