Max Mayer verstärkt Schauspiel-Ensemble

„Der Text ist ein Mittel von vielen“

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Unkonventionelles zieht den in Wien geborenen Max Mayer an.

Frankfurt - Lieber in der freien Natur als in einem gewöhnlichen Café und lieber ein Platz auf dem frisch gemähten Rasen anstatt auf einer einfachen Parkbank: Der Schauspieler Max Mayer mag es nicht nur in seiner Freizeit unkonventionell, auch in seinem Beruf setzt der Österreicher auf Experimente und Abwechslung. Von Sabrina Kristen 

Ab der kommenden Spielzeit, die am 19. September beginnt, gehört Max Mayer zum festen Ensemble des Schauspiel Frankfurt. Er war zwar schon für mehrere Gastspiele in der Mainmetropole, doch wie die Bankenstadt wirklich tickt, hat der Österreicher noch nicht so ganz durchschaut: „Frankfurt ist so ganz anders als Wien. Ich bin hier auf positive Art und Weise noch fremd, das macht mich aber total neugierig“, sagt Mayer. Besonderen Eindruck haben bereits das Mainufer und die Grünfläche am Liebieghaus bei ihm hinterlassen. „Ein Stück Ruhe und Idylle inmitten einer pulsierenden Großstadt – hier lerne ich gern meine Texte“, erzählt der Schauspieler.

Mayer, 1974 in Wien geboren, absolvierte seine Schauspielausbildung am Konservatorium der Stadt Wien. Engagements führten ihn unter anderem von Venedig über Lissabon bis nach Hamburg – und nun Frankfurt als nächste Etappe. „Ich habe stets Interesse an neuen Begegnungen und Herausforderungen. Ich liebe die Abwechslung“, betont der Schauspieler.

Sein erstes Engagement erhielt er mit 21 Jahren im Theater der Jugend in Wien. „In dieser Spielstätte geht es nicht darum, dass junge Menschen sich am Schauspiel ausprobieren, sondern es handelt sich um einen sehr renommierten Betrieb“, macht Mayer deutlich.

„Ich freue mich schon sehr auf diese Zusammenarbeit“

2011 wurde sein Schaffen mit dem Nestroy-Preis – einem Wiener Theaterpreis – in der Kategorie „Bester Schauspieler“ gekrönt. Zum einen für seine Rolle als Jäger in „Grillenparz“ und zum anderen für mehrere Rollen in „Bruno Schulz: Messias“ – beides Produktionen des Wiener Schauspielhauses. „Es ist selbstverständlich ein schönes Gefühl solche Preise zu gewinnen, aber oftmals wird ein Projekt aufgrund geringen Erfolges nicht ausreichend gewürdigt, worauf man selbst hingegen besonders stolz ist“, sagt Mayer.

Wichtig sei für ihn immer ein identifikatorischer Moment mit seiner Arbeit. In der nahenden Spielzeit stehen unter anderem Rollen in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ unter der Regie von Samuel Weiss oder in „Macbeth“ von William Shakespeare, das im April 2015 Premiere hat, auf dem Programm. Regisseur bei Letztgenanntem ist Dave St-Pierre, ein franko-kanadischer Choreograf, dessen Tanztheater international auf Tour ist. „Ich freue mich schon sehr auf diese Zusammenarbeit. Es wird eine ganz neue Herangehensweise an die Tragödie von Shakespeare geben“, erzählt Mayer.

Entscheidende Genauigkeit

Sich neue Inhalte und Texte merken, fällt dem Wiener nach eigenen Angaben nicht schwer. „Gerade bei einem Stück wie Arturo Ui von Bertolt Brecht ist eine extreme Genauigkeit entscheidend. Jedes Komma, jede Silbe ist dabei wichtig“, so Mayer. Vor Patzern oder völligen Blackouts fürchtet sich der Österreicher nicht. „Der Text ist nur ein Mittel von vielen. Ich habe keine Angst vor solchen Momenten des vermeintlichen Versagens“, findet Mayer. Vielmehr gehe es beim Theater um Beziehungen, die aneinander reiben, und erst in zweiter Linie um die genaue Wiedergabe des Textes. „Wichtig ist für mich, dass ich mich immer wieder wie ein Anfänger fühle, obwohl ich diesen Beruf schon so lange ausübe. Ich will niemals meine Neugier und das Interesse an neuen Begegnungen und Herausforderungen verlieren.“

Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ hat im Schauspiel Frankfurt am 19. September Premiere. Weitere Aufführungen sind am 20. und 21. September sowie am 12. und 13. Oktober. Karten gibt es unter 069/21249494.

Quelle: op-online.de

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