Museum erhält eine dritte Dependance

Mehr Platz für das Museum für Moderne Kunst

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Im ersten Stock des Hochhauses TaunusTor erhält das MMK eine Dependance.

Frankfurt - Susanne Gaensheimer spricht von einem „zukunftsweisenden Modell, vielleicht auch für andere deutsche Städte“. Der Enthusiasmus der Direktorin des Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt ist berechtigt. Von Christian Riethmüller

In Zeiten, in denen fast alle Kommunen zum Sparen angehalten sind und gerade in Frankfurt eine Debatte um die öffentliche Kulturförderung geführt wird, erhält das MMK nämlich eine neue Dependance. Ermöglicht wird diese Erweiterung des renommierten Hauses allerdings nicht von der öffentlichen Hand, sondern durch eine öffentlich-private Partnerschaft, die in der deutschen Museumslandschaft wohl einzigartig ist.

Wie Gaensheimer gestern in Frankfurt berichtete, ist es dem MMK mit Unterstützung von Kulturamt und Planungsamt der Stadt Frankfurt gelungen, den internationalen Immobilienentwickler Tishman Speyer und die Commerz Real AG dazu zu bewegen, im neuen, an den Wallanlagen gelegenen Hochhaus TaunusTor rund 2000 Quadratmeter Fläche dem Museum als Ausstellungsfläche zu überlassen. Tishman Speyer stellt die Räume im ersten Stock des Turms zunächst für 15 Jahre miet- und nebenkostenfrei zur Verfügung.

Finanzierung der Betriebskosten

Für die Finanzierung der Betriebskosten kommen gleichfalls private Stifter und Finanziers auf. In die mit einer Stiftungssumme von einer Million Euro ausgestatten MMK Stiftung haben der Unternehmer Stefan Quandt eine Summe von 1,65 Millionen Euro sowie die Ernst Max von Grunelius-Stiftung eine Summe von eine Million Euro zugestiftet. Hinzu kommen als weitere Partner die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen und die DeKaBank Deutsche Girozentrale, die allesamt den Ausstellungsbetrieb in der MMK 2 genannten Dependance sowie eine Projektstelle finanzieren.

Eröffnet werden soll die neue Dependance am 17. Oktober. Hier werden dann zweimal im Jahr wechselnde Ausstellungen mit Werken aus der umfangreichen Sammlung des MMK gezeigt. Das Haus, das weltweit zu den bedeutendsten Museen für Gegenwartskunst gehört, nennt gut 5000 Werke internationaler Kunst von den 1960er Jahren bis zur Gegenwart sein eigen. Viele bedeutende Arbeiten konnten bisher nur sporadisch im Haupthaus (MMK 1) ausgestellt werden. Mit dem Zugewinn an Fläche soll nun das MMK 1 ab September Höhepunkte und Klassiker der Sammlung präsentieren. Im MMK 2 werden Schwerpunktausstellungen und Neuerwerbungen gezeigt. Im Zollamt schließlich, das als dritte Dependance fortan MMK 3 heißt, gibt es Positionen der aktuellsten Gegenwartskunst zu sehen.

Quelle: op-online.de

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