Metamorphosen des Gesichts

Konstantin A. Somow, Titelillustration des Buches "Theater", 1907, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau.

Darmstadt - Vom 8. März bis 7. Juni 2009 zeigt die Mathildenhöhe Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Pariser Musée d’Orsay und der NY Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen die Ausstellung „Masken. Metamorphosen des Gesichts von Rodin bis Picasso“.

Die groß angelegte Themenausstellung rückt zum ersten Mal überhaupt die Maske als Gegenstand und Motiv der Kunst in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Bedeutende Leihgaben aus ganz Europa – allen voran Meisterwerke von Arnold Böcklin, Jean Carriès, Jean Cocteau, Paul Gauguin, Emil Nolde und Auguste Rodin – dokumentieren gemeinsam mit zahlreichen Neuentdeckungen im historischen Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe die Blütezeit der Maskenkunst zwischen 1860 und 1930 mit historischem Rückblicken bis hin zur Antike.

„Die Maske ist nicht nur seit Menschengedenken ein Faszinosum im Kult und Theater. Sie ist zugleich das Gründungselement moderner Skulptur bei Rodin sowie der Geburtshelfer moderner Malerei bei Picasso. Mit unserer Schau beleuchten wir nun erstmals dieses ebenso bedeutende wie spannende Kapitel der Kunst- und Kulturgeschichte“, so Dr. Ralf Beil, Direktor des Instituts Mathildenhöhe.

Als Objekt der Verhüllung und Verwandlung des Gesichts spielt die Maske in nahezu allen Kulturen eine zentrale Rolle: in Riten, Brauchtum und Theater. Als Gegenstand der Kunst hingegen ist die Maske bislang kaum erforscht.

Weil sie enthüllt, indem sie verbirgt, und verbirgt, indem sie sich zeigt, rührt die Maske an die Wurzeln des Menschlichen und des Lebens überhaupt. War sie in den Kulturen der Antike als Kultgegenstand sowie Theaterrequisit von zentraler Bedeutung, so erlebt die Maske seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa eine bemerkenswerte Renaissance: Ihre „beunruhigende Fremdartigkeit“ wird als außergewöhnliche Bereicherung und ästhetische Erneuerung erfahren.

Die von Édouard Papet für Paris konzipierte und von Ralf Beil für die Mathildenhöhe Darmstadt nochmals erweiterte Ausstellung beleuchtet die bisher kaum untersuchte Begeisterung vieler Künstler um 1900 für die Metamorphosen des menschlichen Gesichts.

Anhand der präsentierten Masken und ihren Wechselwirkungen in Skulptur, Malerei, Grafik, Film und Fotografie werden die Besonderheiten einer visuellen Grammatik aufgezeigt, die sowohl illusionistische Obsession als auch hypnotischen Symbolismus bis zum Äußersten treiben kann.

Zweihundert Exponate aus allen Gattungen der Kunst lassen auf der Mathildenhöhe Darmstadt eine Galerie realer Porträtbilder sowie imaginärer Gesichter entstehen, die die Kühnheit der Inhalte sowie Form- und Materialexperimente des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vor Augen führt. Zentrale filmische Umsetzungen jener Jahre runden das faszinierende Panorama der Maskenkunst ab.

Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung veranstaltet das Institut Mathildenhöhe Darmstadt am Samstag, 7. März, um 20.30 Uhr einen großen Maskenball im Haus Bäulke (Dieburger Straße 234, 64287 Darmstadt).

Im unmittelbaren Anschluss an die öffentliche Vernissage auf der Mathildenhöhe Darmstadt erwartet die Besucher ein rauschendes Maskenfest mit Livemusik der Manhattan Showband und einem opulenten Dreigang-Buffet. Ein Lexus-Shuttleservice bringt die Besucher bequem vom Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe zum Haus Bäulke.

Um Abendgarderobe und Maskierung wird gebeten, es herrscht Maskenpflicht bis 24 Uhr. Masken sind auch an der Abendkasse im Haus Bäulke erhältlich. Karten kosten 55 Euro im Vorverkauf und 60 Euro an der Abendkasse. Karten im Vorverkauf gibt es im Museum Künstlerkolonie oder im Darmstadt Shop sowie telefonisch unter 06151/2799999.

 

Weitere Informationen unter:

Fon: 06151/132778;

Email: mathildenhoehe@darmstadt.de

Quelle: op-online.de

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