Eineinhalb Stunden mehr Spannung

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Die zusätzlichen eineinhalb Stunden Film haben der Kinoversion der Millennium-Trilogie von „Verblendung“ über „Verdammnis“ bis zur „Vergebung“ gut getan. Von Alexander Klug

Die angenehm bescheidene und mit knalligen Effekten sparsame Krimi-Atmosphäre wird noch ausgebaut, um das eine oder andere Gespräch erweitert, die Personen kommen noch besser zur Geltung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Film-Internetseite oder auf der Facebook-Seite.

Diese haben schon in der Kinofassung zu den Stärken der Filme gezählt: Kein einziges dem Nicht-Fachmann bekanntes Gesicht unter den Darstellern – allen voran Noomi Rapace als Lisbeth Salander und Michael Nyqvist als Mikael Blomkvist. Aber vielleicht gerade deswegen, ohne Ablenkung durch Stars von Di Caprio über Damon bis Pitt, gelingt ein unaufgeregter Spannungsbogen über die gesamte Handlungsstrecke. Keine Explosionen, keine Verfolgungsjagden, keine Scharfschützen in Hubschraubern.

Und doch die eine oder andere „Unnötigkeit“: Wozu war eine Figur wie der Hüne Ronald Niedermann im zweiten Teil „Verdammnis“ nötig, der keinen Schmerz empfinden kann und übermenschliche Kräfte besitzt? Er wirkt wie der Bösewicht aus einem Comic. Unnötig. Manches geht zu einfach: Der eine befreit als Superhelden-Journalist die (Wirtschafts-)Welt von Schurken, die andere hackt sich kinderleicht in Computersysteme rund um den Globus.

Allemal sehenswert

Auch, wenn das heutzutage zu den Selbstverständlichkeiten der Branche gehört: Muss eine männliche Hauptperson im Jahr 2011 mit mindestens einem Drittel der verfügbaren Frauen geschlafen haben, um ernst genommen zu werden? Kollegin? Ermittlerin? Verdächtige? Für die Stimmung etwa rund um das Rätsel der jahrzehntelang verschwundenen Enkelin Harriet Vanger hätte es sicher weniger getan.

Fazit: Sehenswert ist die erweiterte Ausgabe der Millennium-Trilogie um Hackerin Lisbeth Salander und Journalist Mikael Blomkvist – die Verlängerung tut der Stimmung und Spannung gut. Wer seine Surround-Anlage ausreizen will, sollte sich vielleicht nach einem Film mit weniger Dialogen und mehr Actionszenen umschauen.

Quelle: op-online.de

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