Die Reise um die Welt

Mitten aus dem kindlichen Leben

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Die Theatergruppe Orkaan Percossa aus Amsterdam bringt „Die Gebrüder Kist“ zum Festival.

Frankfurt - Im Roman von Jules Verne reist sein Protagonist in 80 Tagen um die Welt. Ab dem 18. März schaffen Kinder diese Strecke per Bus in 40 Minuten. Ohne ein einziges Mal umzusteigen. Von Robyn Schmidt 

Das Schicksal eines Flüchtlingskindes schildert „Der Junge mit dem Koffer“, eine Koproduktion des Mannheimer Schnawwl Theaters mit dem Banga Shankara Theater Bangalore.

„Die große Reise“ ist eine von 16 Inszenierungen des „Starke Stücke“-Festivals. Dabei können sich die Kinder in einen echten Bus setzen, der an unterschiedlichen Orten in der Region parkt. Die Fenster ersetzen Bildschirme, auf denen eine Reise um die ganze Welt, durch Wälder und Ozeane simuliert wird.

„Starke Stücke“ ist ein internationales Jugend- und Kindertheaterfestival und findet dieses Jahr zum zwanzigsten Mal statt. 16 unterschiedliche Inszenierungen werden in 17 Städten der Region, darunter Frankfurt, Offenbach, Hanau und Dreieich, auf die Bühne gebracht. Viele der Orte, an denen die Stücke gezeigt werden, sind ungewöhnlich, wie eben der Bus.„Uns ist wichtig, die Stücke im Lebensumfeld der Kinder aufzuführen, damit sie einen besseren Zugang zum Theater finden können“, erklärt Susanne Freiling von der Festivalleitung. „Die Stücke behandeln aktuelle Themen, um die Lebenswirklichkeit der jungen Zuschauer zu treffen“, ergänzt Projektleiterin Nadja Blickle.

Dieses Jahr wird's international

Erstmals sind auch Gruppen von außerhalb Europas dabei. „Der Junge mit dem Koffer“ ist eine deutsch-indische Koproduktion und erzählt eine Flüchtlingsgeschichte in deutscher und englischer Sprache. „En Busca del Snark“, eine Ballade vom „Alice im Wunderland“-Autor Lewis Carroll, wird von einer mexikanischen Gruppe auf Spanisch aufgeführt. Auch eine Arbeit aus dem Iran ist dabei. Hauptsächlich kommen die Produktionen aber aus europäischen Ländern, unter anderem aus Dänemark, den Niederlanden, Italien und Frankreich.Die Veranstalter bemühen sich um eine stärkere Einbindung der Zuschauer. „Die Kinder und Jugendlichen sollen für uns zum Dialogpartner werden“, sagt Blickle. Dafür gibt es verschiedene neue Projekte. In Workshops können Schulklassen sich auf den Theaterbesuch vorbereiten. Hinterher gibt es dann auch noch eine Nachbesprechung der Stücke. In einer Theater AG diskutieren Jugendliche, welche Qualitäten ein gutes Stück überhaupt haben muss und schulen sich zu Experten. „Schon nach der zweiten oder dritten Vorstellung erkennen die Kinder dann unterschiedliche Qualitäten und Mittel, die ein Stück einsetzt“, sagt Freiling.

Als das „Starke Stücke“-Festival 1994 zum ersten Mal stattfand, wurden noch neun Inszenierungen auf drei Bühnen gezeigt. Damals konnten die Veranstalter nur neben ihren eigentlichen Jobs an dem Festival arbeiten. Zwanzig Jahre später hoffen sie, die 10 000-Besucher-Marke knacken zu können. Und das soll noch längst nicht alles sein. In Zukunft wollen die Verantwortlichen unter dem Dach der Kulturregion FrankfurtRheinMain die Internationalität weiter ausbauen. Den passenden Bus dafür haben sie ja schon.

Tickets sind bei den Veranstaltern erhältlich. Eine Übersicht aller Spielorte gibt es auf www.starke-stuecke.net

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Quelle: op-online.de

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