Wohneinheit Münster

Corona: Ehemaliges Apart-Hotel unter Quarantäne - Mehr Infektionen als bislang gedacht

Wieder ein Infektionsherd bei Darmstadt: Im ehemaligen Apart-Hotel in Münster sind 35 Corona-Infektionen bekannt geworden. Das Gebäude steht nun unter Quarantäne.

  • Infektionsherd bei Darmstadt: 35 Corona-Neuinfektionen, Münsterer Apart-Hotel unter Quarantäne.
  • Die Betroffenen arbeiten offenbar alle in der fleischverarbeitenden Industrie in der Umgebung von Darmstadt.
  • Die Corona-Lage in der gesamten Region um Darmstadt verschärft sich.

Update vom Mittwoch, 28.10.2020, 16.56 Uhr: Nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchsgeschehens in einem Wohnkomplex im Ortsteil Breitefeld in Münster (Kreis Darmstadt-Dieburg) liegen nun die Ergebnisse aller Corona-Tests vor. „Insgesamt sind 35 der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden”, teilt Bürgermeister Joachim Schledt am Mittwochnachmittag (28.10.2020) mit. Das sind 13 mehr als zuletzt bekannt.

In dem ehemaligen Apart-Hotel in Münster bei Darmstadt leben 175 Menschen, der Großteil davon arbeitet in der fleischverarbeitenden Industrie. Um zu verhindern, dass sich die Corona-Infektionen über den Wohnkomplex hinaus ausbreiten, steht das Gebäude in Münster seit vergangenen Donnerstag (22.10.2020) unter Quarantäne. Zur Beratung über das weitere Vorgehen befindet sich Bürgermeister Schledt im engen Austausch mit dem Krisenstab des Landkreises Darmstadt-Dieburg und dem Gesundheitsamt.

Corona-Ausbruch: Wird die Fleischindustrie wieder zum Infektionsherd?

Erstmeldung vom Donnerstag, 22.10.2020: Münster – „Die positiv getesteten Personen wurden isoliert“, erläutert Bürgermeister Joachim Schledt in einer Videobotschaft zur aktuellen Corona-Lage in Münster (Kreis Darmstadt-Dieburg). Man werde alles tun, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Schledt war noch am Dienstagabend (20.10.) gemeinsam mit Vertretern des zuständigen Gesundheitsamtes und dem gemeindlichen Ordnungsamt vor Ort in der Unterkunft, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

In dem ehemaligen Apart-Hotel in Münster bei Darmstadt wohnen seit Jahren überwiegend Menschen aus Südosteuropa, zumeist aus Rumänien, die in der fleischverarbeitenden Industrie in Nachbarstädten und Kommunen arbeiten. Nach dem Corona-Massenausbruch beim Fleisch-Konzern  Tönnies wurden Diskussionen um die Fleischindustrie immer lauter. Der Skandal hat große Auswirkungen auf die Schlachtbetriebe in der Region. Zunächst rund um Hanau und nun bei Darmstadt.

Corona-Ausbruch in einer Wohneinheit bei Darmstadt - Weitere Tests stehen aus

Eine erste Testung nach Verdachtsfällen habe 17 Corona-Infizierte ergeben, es werde nachgetestet, hieß es. Derzeit leben rund 200 Menschen im Apart-Hotel, ob von ihnen weitere in Quarantäne müssen, war zunächst auf Nachfrage bei Kreis und Gesundheitsamt nicht zu erfahren, wohl aber, dass die Arbeitgeber der Betroffenen umgehend informiert worden seien.

Stress im Apart-Hotel in Münster bei Darmstadt: Erst Brandanschläge, nun Corona-Ausbruch

Bereits in der Nacht zum 20. September geriet das Apart-Hotel im Breitefeld in Münster in den Fokus, als ein Brandanschlag mehreren teuren Limousinen galt, die zwischen vielen eher alten Autos standen, die eines einte: südosteuropäische Kennzeichen. Die teureren, in Brand gesteckten Wagen gehören zu einer Arbeitsvermittlung. Die Kripobeamten vom Kommissariat 10 aus Darmstadt ermitteln. Bislang allerdings mit wenigen greifbaren und mitteilbaren Ergebnissen, wie es aus der Polizeipressestelle auf Nachfrage heißt.

Brandanschläge auf Autos vor dem Apart-Hotel in Münster bei Darmstadt beschäftigen die Polizei. Die Wagen gehören laut Kripo zu einer Arbeitsvermittlung.

„Nicht gut entwickelt“ - Die Corona-Lage rund um Darmstadt spitzt sich zu

„Der Landkreis hat sich in den letzten Tagen nicht gut entwickelt“, nimmt in seiner Videobotschaft Bürgermeister Schledt auch Bezug auf die kreisweite Corona-Entwicklung. Am Dienstag (20.10.) lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz (also die Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner pro Woche) bereits bei 61,7, nachdem sie die kritische Schwelle von 50 erstmals tags zuvor überschritten hatte. Die Corona-Ampel ist somit kreisweit auf „Rot“ gesprungen, was neue Regelungen mit sich bringt. Diese sind bereits am Dienstagabend in einer neuen Allgemeinverfügung durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg in Kraft gesetzt worden.

Bürgermeister Schledt appelliert an alle Bürger, weiterhin auf die Einhaltung der AHA-Regeln zu achten sowie gemeinsam genutzte Räume regelmäßig zu lüften und falls technisch möglich auch die Corona-Warn-App zu nutzen. Zudem bittet er: „Vermeiden Sie Kontakte, wo es geht. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst wenig Menschen begegnen, um die Infektionsgefahr im Griff zu behalten.“ (Thomas Meier)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder

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