3895 Bäume stehen im Kerngebiet

Neues Baumkataster erleichtert Grundflächenamt die Arbeit

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Ein paar der 3895 in Münsters stehenden Bäume beschatten den zur Umgestaltung vorgesehenen Rathausvorplatz.

Münster - Dem Grün in einer Gemeinde kommt große Bedeutung zu. Dem wird Münster mit einem Baumkataster gerecht, das seit zwei Jahren aufgebaut wird. Alle Bäume im bebauten Bereich werden dabei von Sachverständigen erfasst und katalogisiert.

Rund 4500 Bäume stehen in Münster. Sie verschönern nicht nur das Ortsbild, sondern sorgen auch für saubere Luft und Schattenplätze an heißen Sommertagen. Manchmal führen sie aber auch zu Problemen. Die richtige Pflege ist daher das A und O – darum kümmern sich die Mitarbeiter aus dem Grünflächenamt. Doch zum Schutz und Erhalt der Bäume kann auch jeder Bürger beitragen.

Seit rund zwei Jahren hat die Gemeinde Münster ein Baumkataster. Das bedeutet: Alle Bäume im Gemeindegebiet – 4500 insgesamt, davon 3895 im Kerngebiet von Münster und Altheim – wurden von einem Sachverständigen erfasst und in ein Programm eingetragen. Für die Mitarbeiter des Grünflächenamtes ist die Arbeit dadurch deutlich leichter geworden: Sie können Standort, Alter und Zustand der Bäume mit ein paar Mausklicks abrufen und die Daten ständig aktualisieren.

Und das ist wichtig. Denn bei der Pflege der Bäume geht es nicht nur darum, sie gesund und hübsch zu erhalten, sondern auch um die Sicherheit. Lose Äste oder wild wuchernde Wurzeln können schnell zur Gefahr werden. Gemeindegärtner Stephan Simon und seine Kollegen überprüfen die Sicherheit der Bäume deshalb in regelmäßigen Abständen. „Alte Bäume begutachten wir etwa alle neun Monate, bei jungen, frisch gepflanzten Bäumen reicht eine Kontrolle alle zwei Jahre aus“, schildert er.

Genug zu tun gibt es immer: Die Bäume müssen zurückgeschnitten werden, um zu verhindern, dass sie Verkehrsschilder oder Wege zuwuchern. Dabei sind die Mitarbeiter aber auch an strenge Auflagen gebunden. Während der Brut- und Setzzeit sind Eingriffe tabu, es sei denn, es besteht eine akute Gefahr für die Sicherheit. Auch gegen Insektenbefall können die Gärtner oft nichts tun – die chemische Keule ist verboten.

Selbst bei bester Pflege ist es natürlich nicht ausgeschlossen, dass mal ein Ast abbricht. Fahrer, die ihre Autos unter Bäumen parken, müssen immer damit rechnen, betont Stephan Simon. „Ihnen obliegt die Sorgfaltspflicht bei der Wahl ihres Parkplatzes, Ansprüche können im Schadensfall nicht geltend gemacht werden.“

Dies gilt nicht nur bei Sturm, sondern auch bei einem Insektenbefall der Bäume. Insekten sondern oft Stoffe ab, die zu Lackschäden führen können.

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Kompliziert wird es, wenn Wurzeln den Asphalt anheben und so Stolperfallen auf Gehwegen und Straßen erzeugen. „Wir sind dabei, diese Schäden nach und nach zu entfernen“, betont Tatjana Maier von der Friedhofs- und Grünflächenverwaltung. „Da wir die Bäume, sofern möglich, erhalten wollen, nimmt diese Arbeit einige Zeit in Anspruch. Wir bitten daher um Geduld.“ Einige dieser „Wurzel-Hotspots“ befinden sich im Bereich der Gerhart-Hauptmann-Straße oder auch in der Sylter Straße. Gefällt werden Bäume nur in absoluten Ausnahmefällen, wenn nichts anderes hilft.

Bäume können allerdings nicht nur zur Gefahr für Menschen werden. Manchmal ist es auch genau andersherum. Vor allem entlang der Darmstädter und der Frankfurter Straße leiden die Bäume unter dem Urin von Hunden, der sehr aggressiv ist und die Rinde angreift. Hinzu kommt – vor allem jetzt im Sommer – die Geruchsbelästigung. „Kaffeesatz hilft dagegen, und da das auch ein guter Dünger ist, können Anwohner ruhig in Maßen etwas davon auf die betroffenen Baumscheiben verstreuen“, rät Tatjana Maier.

Es lohnt sich, die Bäume als Münsters grüne Lunge zu schützen und zu erhalten. Dazu beitragen kann jeder. „Wenn Bürger Schäden oder sonstige Auffälligkeiten an Bäumen im öffentlichen Raum bemerken, können sie sich auch jederzeit bei uns melden“, lädt Maier zur Mithilfe ein. Die Bäume werden dann in der Mängelliste aufgenommen und die festgestellten Schäden außerhalb der Brut- und Setzzeit behoben. (tm)

Kontakt: Tatjana Maier, 06071 /3002313, t.maier@muenster-hessen.de

Quelle: op-online.de

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