„Abläufe nicht optimal koordiniert“

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Der Boden glänzt, Decke und Wände sehen aus wie neu, und die Stühle stehen wohlgestapelt bereit - der kleine Saal wäre einsatzbereit.

Münster - Die Münsterer Gersprenzhalle wird saniert, und dieser Zustand ist von Dauer: Seit 2008 laufen nun schon die Arbeiten und ein Ende scheint erneut in weite Ferne gerückt – für die Sommerferien des kommenden Jahres ist die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts geplant. Von Jasmin Frank

Immer lauter werden die Vorwürfe seitens der Vereine, auch die Verwaltung Münster sieht sich mittlerweile mehrfach getäuscht und allein gelassen von den Verantwortlichen.

Genutzt wird das Gebäude tagsüber von der Schule auf der Aue, deshalb gehört die Halle selbst dem Landkreis, Foyer, Küche und kleiner Saal jedoch sind Eigentum der Gemeinde.

Dennoch liegt die Bauleitung insgesamt beim Landkreis, damit alle Planungen aus einer Hand abgewickelt werden können. Und dort scheinen die Abläufe nicht optimal koordiniert zu sein, wie Nicole Uhrich von der Münsterer Gemeindeverwaltung andeutet: „Uns sind hier weitestgehend die Hände gebunden. Wir können nur immer wieder beim Landkreis anfragen, und das mache ich nahezu wöchentlich. Informationen fließen dennoch eher spärlich. Und bei dem letzten gemeinsamen Treffen vor Ort, an dem der Bauabschnitt Eins abgenommen werden sollte, zeigte sich, dass noch einiges unklar war.“

Ein e Stellungnahme des Landkreises zu diesem Thema lesen Sie hier

Die Gemeinde steht unter Druck, denn die ortsansässigen Vereine sind für größere Veranstaltungen auf die Nutzung der Halle angewiesen und mussten in der Vergangenheit immer wieder Einschränkungen und Auflagen hinnehmen oder aber Turniere und Wettkämpfe gleich ganz absagen. Einiges ist in der Gersprenzhalle jedoch auch schon bewerkstelligt worden, so wurde das Foyer komplett saniert und brandschutztechnisch fit gemacht, in der Halle wurden die Notausgänge eingerichtet. „Foyer und Kleiner Saal sind weitestgehend fertig, es fehlen nur noch Kleinigkeiten wie Schalter oder Steckdosen. Deshalb sollte ja auch die Abnahme erfolgen, aber bei der Begehung stellte die Bauaufsicht fest, dass ihr noch überhaupt keine Baugenehmigung vorliegt – also konnte auch nichts abgeschlossen werden“, so Uhrich, die wie die Gemeinde selbst ohnmächtig und fassungslos das Geschehen verfolgt.

Zwar können die Bereiche des ersten Bauabschnitts bereits genutzt werden, aber noch immer müssen Auflagen eingehalten werden, weil auch der Brandschutz wegen einiger kleinerer Probleme noch nicht abgenommen werden konnte. „Wir bemühen uns, immer alle an einen Tisch zu bekommen, doch das ist alles andere als einfach. Wir hoffen, dass beim nächsten Abnahmetermin Mitte Oktober endlich alles glatt läuft. Wir haben dann hoffentlich auch die Möglichkeit, die Tribünen wieder nutzen zu können“, so Uhrich.

Doch für denBauabschnitt Zwei, also für die Sporthalle, gibt es noch keine Entwarnung, denn die brandschutztechnische Fertigstellung der Decke, darunter der Einbau von Rauch-Wärme-Abzugsklappen, wird erst in den Sommerferien 2012 vorgenommen und noch besteht Skepsis, ob die Maßnahme tatsächlich in nur sechs Wochen abgeschlossen werden kann.

Quelle: op-online.de

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