Angst vor nachhaltiger Rufschädigung

Pächter lassen Anwalt ihre Sicht erläutern

Münster - Die Pächter des Kulturhallen-Restaurants in Münster haben einen Rechtsanwalt mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. Sie möchten vor allem ihre Sicht der Dinge darstellen. Von Thomas Meier 

Sie haben Angst, dass ihr Ruf geschädigt ist und ihr Lokal darunter zu leiden haben wird. Benaissa El Allali und Malgorzata Granatowicz befürchten nach der überraschenden Absage der für Samstag geplanten Fastnachtssitzung des FSV Münster, dass dieses närrische Desaster in der Bevölkerung „eine nachhaltige Schädigung des von ihnen geführten Gaststättenbetriebs nach sich ziehen kann“, schreibt Rechtsanwalt Prof. Dr. Hans Jochen Reinert. Und dies „trotz der durchweg zutreffenden Presseberichterstattung“.

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Es erscheint auch dem Münsterer Anwalt „daher unausweichlich, die Hintergründe für die Absage durch den Verein aus der Sicht meiner Mandantschaft darzulegen.“ Die Pächter eines Restaurantbetriebs seien nach dem Hessischen Gaststättengesetz in vollem Umfang dafür verantwortlich, dass die rechtlichen Vorgaben, etwa der Lebensmittelhygiene-Verordnung oder des Infektionsschutzgesetzes, sowohl innerhalb der gepachteten Räumlichkeiten wie auch außerhalb, soweit dies mit dem Betrieb der Gaststätte zusammenhängt, eingehalten werden, erklärt Reinert.

Am 27. Januar habe im Kulturhallen-Restaurant ein Vorgespräch der Pächter mit dem Vorsitzenden des FSV stattgefunden. Laut Rechtsanwalt waren sich „die Beteiligten darüber einig, dass die Nutzung der Küche durch vier – mit Namensschildern gekennzeichneten – Vereinsmitglieder erfolgen könnte“. Die Nutzung des Kühlhauses sei von den neuen Pächtern deshalb nicht angeboten worden, weil dort „Getränke für den Restaurantbetrieb in erheblichem Umfang lagern“ und ausreichend Kühlgelegenheiten im Foyer der Kulturhalle vorhanden seien.

Bilder: Sitzung der FSV Münster

Anwalt Reinert: „Meine Mandanten schlugen noch vor, ein Verlängerungskabel von der Küche in das Foyer zu führen, damit der Betrieb eines dort aufzustellenden Backofens für Brezeln etc. gewährleistet war. Der Vorsitzende des FSV zeigte sich erfreut über die getroffenen Abreden, nahm noch ein Getränk zu sich und verließ dann das Restaurant.“

Drei Tage später hätten Benaissa El Allali und Malgorzata Granatowicz durch die Presse von der Absage der Veranstaltung erfahren. Am Abend des Folgetags erschien der Vorsitzende des FSV mit einem weiteren Vereinsvertreter. Beide bekundeten ihr Bedauern über die Absage. Die Entscheidung habe nichts mit dem Pächterehepaar zu tun. Sie beruhe ausschließlich auf der Information, die seitens der Gemeinde am 21. November an die Vereinsvertreter kommuniziert worden sei, wonach die Verpachtung des Kulturhallen-Restaurants erst ab März 2018 erfolgen würde.

Quelle: op-online.de

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