Den Abstieg aufhalten

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Den Rathausplatz rundherum zu beleben, ihn wieder zum Zentrum Münsters zu machen, ist erklärtes Ziel der neuen Interessengemeinschaft, deren Mitglieder sich aus Geschäftsleuten rekrutieren, die ihre Länden rundherum haben.

Münster ‐ Mit dem hehren Ziel, den Abstieg des Zentrums von Münster aufhalten zu wollen, kam die „Interessengemeinschaft Rathausplatz“, bestehend aus Besitzern und Mietern der anliegenden Geschäfte, zu einem ersten Treffen im Restaurant „Hotel am Rathaus“ zusammen. Von Thomas Meier

Eingeladen hierzu hatte Enke Kaufhold, Inhaberin der Apotheke am Rathaus und einstige, langjährige Vorsitzende des Münsterer Gewerbevereins. Das Interesse an der Zusammenkunft war sehr groß, die Vertreter von zehn anliegenden Geschäften waren gekommen. Entsprechend lebhaft verlief auch die Diskussion.

Natürlich stand am Anfang das Schicksal des „Central Kaufhaus“ im Mittelpunkt aller Erörterungen. Die Besitzerin, Brigitte Fröde, schilderte ihre Bemühungen in den vergangenen zwölf Jahren, dieses „Herzstück“ von Münster wieder zu beleben. Es habe sich herausgestellt, dass eine Nutzung als Kaufhaus, für die das Gebäude einst konzipiert wurde, schon lange nicht mehr gegeben sei. Für eine andere Verwendung sei allerdings eine Nutzungsänderung notwendig.

Um das ehemalige Zentrum von Münster aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken, wurden viele konstruktive Vorschläge gemacht. Ein futuristischer und phantasievoller Entwurf für eine Neugestaltung des Rathausplatzes wurde vorgestellt, der nicht nur eine Attraktion für Münster, sondern für die gesamte Region wäre, könnte man ihn denn realisieren.

Das Central Kaufhaus am Rathausplatz in Münster ist seit rund zwölf Jahren geschlossen. Die Kunden blieben aus. Und auch ein Aktionskaufhaus, das im Mai 2007 seine Pforten öffnete, musste alsbald wieder schließen. Da nutzte es auch nichts, Ende 2007 einen Schnäppchenmarkt daraus zu machen: Die Kundschaft nahm den Laden auf drei Stockwerken einfach nicht an.

Die Gestaltung sollte kinder- und familienfreundlich sein, waren sich die Interessengemeinschaftler einig. Schließlich sei Münster mit seinem Kindergarten-, Schul– und Freizeitangebot eine sehr familienfreundliche Gemeinde. Das Einzelhandelsangebot am Rathausplatz könnte auch auf diese Zielgruppe ausgerichtet sein. Das Bestreben, eine Kinderarztpraxis am Platz anzusiedeln (Praxisräume wären vorhanden), wäre ein großer Schritt für die Gemeinde in diese Richtung, befanden die Anlieger. Da am Rathausplatz schon verschiedene Einrichtungen in Richtung eines Gesundheitszentrums vorhanden seien (Massagepraxis, Hebamme, Apotheke, zwei Zahnarztpraxen), wäre eine Erweiterung in diese Richtung sinnvoll, hält auch Enke Kaufhold als Beratungsergebnis in ihrem Protokoll fest.
Eine nächste Sitzung der Interessengemeinschaft solle noch vor Weihnachten anberaumt werden. Dazu werden dann alle relevanten Gruppen eingeladen: Bürgermeister, Amt für Wirtschaftsförderung, die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeindeparlament vertretenen Parteien und die Presse.

Bürgermeister Walter Blank begrüßt das Engagement der neuen Interessengemeinschaft und wünscht dem Unterfangen viel Erfolg. Vielen Gemeinden gehe es derzeit so, dass ihre Zentren ausgedünnt würden, weil die Bürger zum Einkauf auf die Grüne Wiese auswichen. Die Gemeinde habe in der Vergangenheit bereits Versuche unternommen, gegen eine Zentrumsverödung anzugehen, erinnert Blank an die Bemühungen, einen Wochenmarkt auf dem Rathausplatz zu installieren. „Doch starb das Projekt nach einem verheißungsvollen Auftakt leider schnell wieder“, bedauert der Bürgermeister. Nur kurz währte der Ansturm auf die Marktstände, die folgende große Flaute machte diesem Projekt schnell den Garaus.

Quelle: op-online.de

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