Ärger um mobilen Verkaufswagen

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Liane Schwalm kauft gerne bei Bäcker Kreher ein und freut sich über den Verkaufswagen.

Eppertshausen/Altheim ‐ Eigentlich hört sich alles ganz einfach an: Der Eppertshäuser Bäcker Jürgen Kreher hat massive Umsatzeinbußen durch den Straßenumbau direkt vor seiner Haustür in der Babenhäuser Straße und will etwas dagegen tun. Von Jasmin Frank

„Natürlich schreckt das die Leute ab, zu uns zu kommen, obwohl sie gerne unser Brot kaufen. Deshalb habe ich unter der Woche einen Verkaufswagen an der Hauptstraße aufgestellt, denn einen Umsatzrückgang von 60 Prozent kann über Wochen hinweg ja niemand verkraften“, sagt Kreher.

Weil seine Idee in Eppertshausen gut lief, wollte er diese nun nach Altheim verlagern, wo er noch einige gute Kunden hat, die ihm schon in Münster und nun auch in Eppertshausen treu geblieben sind. Doch dort ergaben sich Hindernisse, die von Kreher nicht erwartet worden waren: Nachdem er auf der Gemeindeverwaltung angerufen und um Erlaubnis gebeten hatte, vor dem Altheimer Friedhof samstags von 7.30 bis 10 Uhr seinen Wagen aufstellen zu dürfen, erhielt er zunächst keine Antwort. Deshalb ging er davon aus, loslegen zu können und verkaufte Brötchen und Brot in dem kleinen Münsterer Ortsteil. Doch Teile des Gemeindevorstandes wurden darauf aufmerksam und fragten beim Ordnungsamt im eigenen Haus nach, ob Kreher denn eine Genehmigung erteilt worden sei. Nun erging am vergangenen Dienstag erst einmal eine telefonische Absage an Kreher, denn der Gemeindevorstand bangt um die vorhandenen Läden in Altheim.

Jürgen Kreher kann das nicht verstehen, findet er doch, dass in Zeiten freier Marktwirtschaft niemand regulierend eingreifen sollte. „Die Kunden kaufen eben da, wo es ihnen schmeckt“, meint er. So bleibt ihm nur, sich in Altheim einen anderen Standort zu suchen, der nicht auf gemeindeeigener Fläche steht. Mietet er sich einen privaten Stellplatz, auf dem er regelmäßig verkauft, kann ihm das keiner verbieten. Wechselt er seinen Standort immer mal wieder, braucht er eine kostenpflichtige Reisegewerbekarte von der Gemeindeverwaltung, die ihm aber auch nicht verwehrt werden kann.

Wie Kreher sich nun entscheidet, werden die Altheimer Brötchenesser wohl schon am nächsten Samstag sehen können.

Quelle: op-online.de

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