Agenda 21 sondiert Biogas-Projekt

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Die Agenda-Gruppe hat das Ziel, Bürgerinteressen an die Gemeindeverwaltung, vertreten durch Bürgermeister Walter Blank, weiterzuleiten und umzusetzen.

Münster - Bürgerbeteiligung heißt das Stichwort, das in Münster eine große Rolle spielt und für das anstehende Thema Biogasanlage zwischen den Ortsteilen Münster und Altheim brandheiße Aktualität bekommt.

Bürgermeister Walter Blank begeleitet seit knapp 15 Jahren die Agendagruppe 21 mit großem Interesse, die sich 1999 im Nachklang an die Umweltkonferenz von Rio in Münster gegründet hat. Jetzt soll sie Klarheit schaffen im Für und Wider des Bauwunsches einer Firma aus Nordrhein-Westfalen (wir berichteten).

„Damals war es ein weltweites Anliegen, dass sich alle Menschen Gedanken darüber machen, wie vor Ort etwas zur Verbesserung in den Bereichen Soziales, Umwelt oder Wirtschaft beigetragen werden kann“, erinnert Blank an die Agenada-Anfänge und fügt hinzu: „Ein solcher Einsatz ist bis heute aktuell.“ Von Anfang an habe der Fokus der Angenda-Mitstreiter aus Münster auf der Ortsentwicklung gelegen, es seien zahlreiche Projekte initiiert worden.

Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen

„Nachhaltigkeit heißt für uns die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebensbedingungen des Menschen mit langfristiger Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“, erläutert Renate Waldschmitt, die Vorsitzende der Runde. Konkret bedeute das, die Agenda habe ein Auge darauf, wie man das Leben in Münster für alle Einwohner nicht nur schöner, sondern auch ökologischer machen kann. Man stemme aber auch Projekte über diese Themenbereiche hinaus. So wurden in den vergangenen Jahren wieder heimische Schwarzpappeln an der Gersprenz gepflanzt, die unansehnlichen Container an der Langsmühle versetzt und die Energieberatung wurde in das Münsterer Rathaus geholt.

„Anlässlich der Münsterer 750-Jahr-Feier haben wir einen Film zum Thema Zeitsprung gedreht, der gleich vier Mal im Kino gezeigt wurde, so gut war er nachgefragt“, erinnert sich Stefan Wüst an den Erfolg der Agenda-Gruppe, der ganz aktuell noch anderswo sichtbar wird: Die Renaturierung der Gersprenz sei gelungen und freue nicht nur Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch viele Münsterer, die nun ihren kleinen Fluss wieder direkter erleben könnten.

Ein langfristiges Projekt

Ein langfristiges Projekt, das derzeit anvisiert ist, bleibt der Grünzug durch Münster: Eine grüne Trasse vom Breitefeld über den Bahnhof, entlang der Leibnizstraße und dem Friedhof über die Lesker Straße bis hin zum Bürgerpark. „Wir freuen uns, wenn sich noch mehr aktive Münsterer finden, die sich mit uns für die verschiedenen Anliegen einsetzen, Vorschläge machen und diese dann gemeinsam mit der Gemeinde Münster umsetzen“, lädt Friedel Seib, der von Anfang an der Runde angehört, ein.

Zwischen Schaf und Kirchturm möchte ein Anlagenbauer seine Biogasanlage in Münster errichten. Wie denken die Bürger darüber?

Derzeit hat ein wichtiges Thema Priorität: Soll in Münster eine Biogasanlage gebaut werden? Dazu berät sich die Runde und sammelt Fragen und Argumente, um diese dann auf der anstehenden Bürgerversammlung vorbringen zu können. „Antworten können wir noch keine liefern, aber wir können Ideen sammeln und laden ein, zu unserem nächsten Treffen zu kommen und die Vorbereitungen zu begleiten“, meint Waldschmitt, die schon einige Aspekte notiert hat, von der Frage der Finanzierung der Anlage über das Verkehrsaufkommen bis hin zum Einfluss auf die anliegenden Wohn-, Gewerbe- und Naturschutzgebiete.

Wer Interesse hat, sich der engagierten Agenda-Gruppe anzuschließen, kann am 19. Februar um 19.30 Uhr in das Café Kulturterrasse kommen. Informationen über die Arbeit der Gruppe erteilt Renate Waldschmitt unter Tel.: 06071 34346.

Energiewende in Hessen: Biogas und Windräder

Windräder und Solarparks statt Atom-Meilern und Kohlekraft - kaum ein Thema ist im Grundsatz so wenig umstritten wie die Energiewende. Doch einige Bürger gehen inzwischen auf die Barrikaden gegen Windkraft und Biogas.

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tm

Quelle: op-online.de

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