Sänger mit großer Spannbreite

+
Der AGV Münster stellt bei seinem Konzert seine Vielfältigkeit unter Beweis. Der AGV-Männerchor machte den Anfang bei „Friends and Notes“ in der Münsterer Kulturhalle.

Münster - Dieser Tag war für die Sänger des AGV Eintracht Münster in jeder Beziehung etwas Besonderes: Zur optimalen Vorbereitung und Einstimmung auf ihr Konzert „Friends and Notes - Erlebtes Vergnügen“ kamen die Aktiven bereits um 16 Uhr in der Kulturhalle zusammen. Von Michael Just 

Von da an wurde eingesungen und sich mit belegten Brötchen gestärkt. Um kurz nach halb acht zählte es dann, als Ansager Rudi Zischka (Urberach) die Bühne betrat um das zahlreich erschienene Publikum zu begrüßen. Krankheitsbedingt konnte erster Vorsitzender Manfred Löbig nicht die Stimme erheben. Dafür drückte er seinen Kollegen ganz fest die Daumen. Wie Löbig sagte, biete der AGV ein solch großes Konzert nicht jedes Jahr. „So etwas muss man erarbeiten“, sagt der Münsterer. Das sei schon deshalb nicht leicht gewesen, da es in jüngster Zeit gleich zwei Chorleiterwechsel gegeben habe. Seit 2012 verfüge die Männersparte über einen neuen Dirigenten, Da Capo erst seit diesem Jahr. „Da unser Frauenchor dieses Jahr 40 wird, wollten wir die Herausforderung annehmen und auf alle Fälle etwas Größeres auf die Beine stellen“, so Löbig.

Dafür arbeiteten alle Chöre des Vereins ein rund zweistündiges Programm aus. Den Anfang machte der Männerchor (Leitung: Erwin Oefner), der mit „Tebje Pojem“ und „Beati Mortui“ zwei geistliche Stücke in petto hatte. Die zeigten sich als gut gewählter Einstieg, denn mit ihnen ließ sich die Dramaturgie des Abends, etwa mit Ausflügen in die Oper, den Musical- oder Pop-Bereich, weiter steigern. Auf den Männerchor folgte der Frauenchor, der unter anderem „Lebe dein Leben“ von Otto Groll zum Besten gab.

Dass die Lieder von Boney M., und damit der Disco- und Stimmungssound der 70er Jahre, heutzutage immer noch direkt ins Ohr gehen, bewies Da Capo: Mit „Rasputin“, „Brown Girl in the Ring“ und „Hands up“ gehörten gleich drei Stücke von Boney M. zum Repertoire. Da Capo (Leitung: Oliver Zahn) ließ sich von der jungen Band Camera aus Großostheim begleiten, die sonst als Rock-Cover-Band in Szene tritt. Bei „Seasons of Love“ traten zudem Maria Strauß, Inge Schmitt und Rosi Thalmann in den Vordergrund. Sie ließen keinen Zweifel, dass ihr Gesangstalent sie auch zum Solo-Gesang befähigt.

Nach der Pause betrat Da Capo gleich wieder die Bühne und setzte mit „We build this City“ seine moderne Liedauswahl in durchweg englischer Sprache fort. Es folgte ein Intermezzo des gemischten Chors und nochmal der Männerchor, welcher mit dem Trinklied und dem Fliegermarsch Begeisterung für traditionelle Inhalte weckte. Zum großen Finale vereinten sich alle AGV-Chöre auf der Bühne. Mit dem beschwingten „Let the Sunshine in“ entließ die beeindruckende Zahl von 70 Sängern die Besucher nach Hause.

Mit seinem Konzert lieferte der AGV eine zweistündige Werbung für den Chorgesang ab. Dafür sorgte die Spannbreite von geistlicher Musik bis hin zu Pop-Klassikern sowie die Wandlungsfähigkeit, die die Aktiven zeigten. Mit fünf verschiedenen Formationen gestalten die Eintracht-Sänger den Abend. Von der oft besagten Krise, dass die Tage des Chorgesangs gezählt sind, war an diesem Abend nichts zu spüren. Viel eher rückte das AGV-Motto in den Vordergrund, dass es die (musikalische) Begegnung mit Menschen ist, die das Leben lebenswert macht.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare